In der Nacht auf Dienstag, den 20. Januar, leuchteten Polarlichter über Heidenheim und dem Landkreis Heidenheim. Violette, rote und stellenweise grüne Lichtschleier waren am Nachthimmel sichtbar und sorgten für ein außergewöhnliches Naturschauspiel, das in dieser Region nur selten auftritt.
Das farbige Leuchten entstand durch eine Phase starker Sonnenaktivität. Dabei trafen geladene Teilchen aus dem Sonnenwind auf das Magnetfeld der Erde. Obwohl dieses Magnetfeld den Planeten schützt, gelangten die Teilchen in dieser Nacht bis in niedrigere Breitengrade und drangen über die Pole in die Erdatmosphäre ein und waren selbst in Süddeutschland sichtbar.
In der Atmosphäre kollidierten die geladenen Teilchen mit Sauerstoff- und Stickstoffmolekülen. Diese Wechselwirkungen setzten Energie frei, die in Form von Licht sichtbar wurde. Die unterschiedlichen Farben erklären sich durch die beteiligten Gase und die jeweilige Höhe der Kollisionen: Sauerstoff erzeugte vor allem grünes und rötliches Leuchten, während Stickstoff violette und bläuliche Farbtöne verursachte.
Besonders gut sichtbar waren die Polarlichter in den späten Nachtstunden an Orten mit geringer Lichtverschmutzung, z. B. Rund um Dischingen.
Wer das Naturschauspiel verpasst hat, kann sich für das nächste Mal wappnen: Über spezielle Apps und Dienste zur Sonnenaktivität und Polarlicht-Warnungen lassen sich solche Ereignisse frühzeitig erkennen. So steigt die Chance, beim nächsten Leuchten selbst unter dem Himmel zu stehen und diesen besonderen Moment mitzuerleben.

