10. Juli 2025 / Aus aller Welt

Ausreichend Hochwasserschutz? Umwelthilfe sieht Aufholbedarf

Beim Hochwasserschutz muss nachgebessert werden. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse. Hunderttausende Menschen könnten von Überschwemmungen betroffen sein. Wie sehr, hängt auch vom Bundesland ab.

Bei der Flutkatastrophe im Ahrtal starben 2021 mehr als 100 Menschen. (Archivbild)
Veröffentlicht am 10. Juli 2025 um 00:01 Uhr

Viele Bundesländer sind nach Einschätzung der Deutschen Umwelthilfe (DUH) im Fall eines Jahrhunderthochwassers nicht ausreichend vorbereitet. Dabei seien die Risiken für schwere Schäden in einigen Regionen hoch, wie der Verein mitteilte. «Bislang tun die Bundesländer jedoch zu wenig für den Schutz der potenziell hunderttausenden Betroffenen», sagte DUH-Bundesgeschäftsführer Sascha Müller-Kraenner laut einer Mitteilung.

Hohe Wasserstände künftig häufiger

Nachholbedarf im Bereich Hochwasservorsorge und Vorsorgemonitoring sieht die DUH vor allem beim naturbasierten Hochwasserschutz der Länder, etwa der Renaturierung von Auen und Flüssen. Durch solche Maßnahmen könnte sich Wasser besser ausbreiten und langsam wieder abfließen. «Flüsse und Bäche brauchen endlich mehr Raum, Wasser muss in intakten Wäldern, Wiesen und Feuchtgebieten zurückgehalten werden», sagte Müller-Kraenner.

Ein Jahrhunderthochwasser tritt statistisch gesehen zwar nur einmal alle 100 Jahre auf, aber: «Im Zuge der Klimakrise sind Wasserstände dieser Höhe zukünftig häufiger zu erwarten», schreibt die Umwelthilfe.

Bayern besonders hochwassergefährdet

Aus der bei einem Jahrhunderthochwasser potenziell von Schäden betroffenen Fläche und der Zahl der betroffenen Wohnadressen errechnete die DUH einen Hochwasser-Risikograd für die Länder. Der Risikograd sei dann besonders hoch, wenn ein Bundesland insgesamt eine große Hochwasser-Risikofläche gemäß EU-Definition hat und gleichzeitig viele Wohnadressen in den möglichen Überflutungsgebieten liegen.

In Bayern ist der Risikograd den Angaben zufolge am höchsten. Dort seien mit mehr als 65.000 Wohnadressen besonders viele Menschen einem Hochwasserrisiko ausgesetzt, gleichzeitig sei dort bei einem Jahrhunderthochwasser auf 4,25 Prozent der Landesfläche mit erheblichen Schäden für Menschen, Umwelt, Kulturerbe und wirtschaftliche Tätigkeiten zu rechnen. Zum Vergleich: In Nordrhein-Westfalen wäre dies zwar bei 6,8 Prozent der Landesfläche der Fall, hier wären mit rund 28.000 Wohnadressen aber deutlich weniger Menschen als in Bayern einem Hochwasserrisiko ausgesetzt.

Hoch ist der Anteil der Risikoflächen an der Landesfläche auch in Brandenburg (6,2 Prozent), Sachsen-Anhalt (5,9 Prozent), Baden-Württemberg (4,7 Prozent) und Hessen (4,6 Prozent). Am geringsten ist er in Mecklenburg-Vorpommern mit 0,7 Prozent.

Die Berechnungen basieren laut DUH auf Daten des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherer und der Bundesanstalt für Gewässerkunde.


Bildnachweis: © Boris Roessler/dpa
Copyright 2025, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Fasching in Heidenheim & Umgebung: Närrische Wochen im Landkreis
Aktuell

Fasching 2026 im Landkreis Heidenheim: Umzüge, Partys & Kinderfasching – alle wichtigen Termine von Heidenheim bis ins Umland auf einen Blick

weiterlesen...
Dischingen-Eglingen - Tödlicher Verkehrsunfall / ein 19 Jahre alter Mann verstar...
Polizeimeldung

Ulm (ots) - Am Samstag gegen 14:55 Uhr wurde der Integrierten Leitstelle in Aalen ein automatisierter Notruf, ein...

weiterlesen...
Polarlichter über Heidenheim: Seltenes Naturschauspiel in der Nacht auf den 20. Januar
Aktuell

Ein besonderer Moment über Heidenheim: In der Nacht auf den 20. Januar leuchteten Polarlichter über der Stadt und im Landkreis.

weiterlesen...

Neueste Artikel

In Aalen wird aus Bahnwärterhäusle Currywurst-Treff
SWR

Im nicht mehr genutzten Bahnwärterhäusle gibt es jetzt einen Mittagstisch. Dort gibt es jetzt in rustikalem Ambiente...

weiterlesen...
Geständnis im Rulantica-Prozess: «Ich bereue es sehr»
Aus aller Welt

Ein Mädchen verschwindet aus dem Freizeitbad Rulantica – Stunden später taucht es hilflos wieder auf. Aber auch nach dem Geständnis eines angeklagten Mannes ist unklar, was genau damals geschehen ist.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Geständnis im Rulantica-Prozess: «Ich bereue es sehr»
Aus aller Welt

Ein Mädchen verschwindet aus dem Freizeitbad Rulantica – Stunden später taucht es hilflos wieder auf. Aber auch nach dem Geständnis eines angeklagten Mannes ist unklar, was genau damals geschehen ist.

weiterlesen...
Bericht: Ohne Naturschutz riskieren Unternehmen ihre Zukunft
Aus aller Welt

Unternehmen bedrohen die Natur - deren Probleme wiederum schlagen immer stärker auf die Wirtschaft zurück, warnt ein Bericht. Er nennt zentrale Maßnahmen für einen Weg zu beiderseitigem Nutzen.

weiterlesen...