26. November 2025 / Aus aller Welt

Australien: Klage gegen Social-Media-Verbot für Jugendliche

In Australien tritt in zwei Wochen ein Social-Media-Verbot für Jugendliche in Kraft - das Land gilt weltweit als Vorreiter. Kritiker ziehen jetzt dagegen vor Gericht. Kläger sind zwei 15-Jährige.

Das Verbot tritt am 10. Dezember in Kraft. (Symbolbild)
Veröffentlicht am 26. November 2025 um 11:01 Uhr

Kurz vor dem Start des geplanten Social-Media-Verbots für Unter-16-Jährige in Australien wird das Vorhaben vor dem Obersten Gericht in Canberra angefochten. Der libertäre Abgeordnete des Parlaments von New South Wales, John Ruddick, reichte über seine Organisation «Digital Freedom Project» Klage gegen das Gesetz ein, das am 10. Dezember in Kraft treten soll. Zwei 15-jährigen Jugendliche namens Macy und Noah treten als Kläger auf und fordern einen Stopp des kontroversen Vorhabens, wie aus einer Mitteilung der Organisation hervorgeht.

Die Gruppe argumentiert demnach, das Verbot sei ein «direkter Angriff auf das Recht junger Menschen auf freie politische Kommunikation» und «völlig übertrieben». Viele Jugendliche seien enttäuscht von der Regierung, die pauschal ein Verbot für unter 16-Jährige verhänge, statt in Programme zu investieren, die Kindern helfen würden, sich in den sozialen Medien sicher zu bewegen, hieß es.

«Wie in Orwells "1984"»

«Wir dürfen nicht zum Schweigen gebracht werden», sagte die junge Klägerin Macy. Das Gesetz erinnere an George Orwells Roman «1984», in dem eine totalitäre Überwachungsgesellschaft beschrieben wird. «Das beunruhigt mich», betonte die Teenagerin. Kommunikationsministerin Anika Wells erklärte im Parlament, die Regierung werde sich durch rechtliche Drohungen nicht einschüchtern lassen.

Die Regierung in Canberra hatte das Gesetz vor einem Jahr verabschiedet - und Australien damit zum weltweiten Vorreiter gemacht. Fast alle großen Parteien unterstützten den Vorstoß von Regierungschef Anthony Albanese. Die Plattformen bekamen zwölf Monate Zeit, um die neue Altersbeschränkung umzusetzen. Betroffen sind zahlreiche Anbieter wie TikTok, Reddit, Snapchat, YouTube, Facebook und Instagram. 

Tech-Unternehmen, die den Vorgaben nicht entsprechen und keine wirksamen Maßnahmen implementieren, drohen bei Zuwiderhandlung hohe Geldstrafen. Beliebte Spieleplattformen wie Roblox und Apps wie WhatsApp oder Messenger fallen nicht unter die neue Regelung.


Bildnachweis: © Elisa Schu/dpa
Copyright 2025, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Aktuelle Blitzer im Kreis Heidenheim
Blitzer

Täglich aktualisierte Blitzermeldungen für Heidenheim und Umgebung

weiterlesen...
US-Wetterchaos: Extrembedingungen für 200 Millionen Menschen
Aus aller Welt

Hitze an der Westküste, Überschwemmungen auf Hawaii, Schneemassen im Norden und Sturmwarnungen für die Ostküste. Tausende Flüge müssen in den USA gestrichen werden.

weiterlesen...
Hundebesitzer erkennen Schmerzen bei ihren Tieren oft nicht
Aus aller Welt

Viele Hundebesitzer übersehen laut einer Studie Anzeichen von Schmerzen bei ihren Tieren. Erfahrung und Aufklärung sind für das Wohl der Vierbeiner entscheidend. Wie erkennt man Schmerzen beim Hund?

weiterlesen...

Neueste Artikel

Aktuelle Blitzer im Kreis Heidenheim
Blitzer

Täglich aktualisierte Blitzermeldungen für Heidenheim und Umgebung

weiterlesen...
Justiz in Potsdam übernimmt Verfahren nach Fernandes-Anzeige
Aus aller Welt

Collien Fernandes erhebt Vorwürfe gegen ihren Ex-Partner, bei denen es um sexualisierte Gewalt geht. Ermittlungen der Staatsanwaltschaft werden nun an ihrem früheren Wohnort weitergeführt.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Justiz in Potsdam übernimmt Verfahren nach Fernandes-Anzeige
Aus aller Welt

Collien Fernandes erhebt Vorwürfe gegen ihren Ex-Partner, bei denen es um sexualisierte Gewalt geht. Ermittlungen der Staatsanwaltschaft werden nun an ihrem früheren Wohnort weitergeführt.

weiterlesen...
Zeckensaison in Deutschland geht los
Aus aller Welt

Zecken gibt es überall in Deutschland, in Wäldern, Parks, Wiesen oder auf anderen Grünflächen. Wie viele Borreliose- und FSME-Fälle dieses Jahr bislang gemeldet wurden.

weiterlesen...