Mit hoher Geschwindigkeit rast ein Mann mit seinem Auto am helllichten Tag mitten im historischen Zentrum der norditalienischen Stadt Modena in eine Gruppe von Fußgängern. Aufnahmen von Sicherheitskameras in der Gegend zeigen, wie der Kleinwagen beschleunigt und zunächst rechts auf den Fußgängerweg und danach auf die linke Seite ausschert. Die auf beiden Seiten erfassten Menschen werden regelrecht durch die Luft geschleudert. Acht Menschen werden bei dem Vorfall am Samstagnachmittag verletzt, davon vier schwer. Unter den Schwerverletzten ist nach Angaben des Bürgermeisters von Modena, Massimo Mezzetti, auch eine Deutsche. Die 69-Jährige stamme aus dem Süden von Rheinland-Pfalz, sagte der Opferbeauftragte der Mainzer Landesregierung, Detlef Placzek, der Deutschen Presse-Agentur. Eine nahe Verwandte sei auf dem Weg zu ihr. Sie wird Medienberichten zufolge mit einer weiteren Ausländerin, einer Polin, in einem Krankenhaus in der Stadt behandelt. Mezzetti sagt in einer Videobotschaft, er sei «zutiefst betroffen» über diesen «wahnsinnigen Vorfall». Augenzeugen schildern chaotische Szenen. «Überall sah man Blut, Schuhe und Taschen», sagt ein Augenzeuge im Fernsehen. Die Verletzungen der am schlimmsten Betroffenen sind nach Angaben der Behörden besonders schwer. Wie der TV-Sender Rai berichtet, mussten zwei Personen die unteren Gliedmaßen amputiert werden, eine davon schwebt in Lebensgefahr. Bei ihr handelt es sich mutmaßlich um die Frau, die am Ende der Fahrt des Autorasers mit voller Wucht gegen ein Schaufenster gedrückt wurde. An jenem Schaufenster endet die Fahrt des Mannes. Er versucht danach zu fliehen und verlässt das Auto mit einem Messer in der Hand, wie mehrere Augenzeugen berichten. Mehrere Passanten verfolgen den Mann und können ihn letztlich überwältigen und festhalten. Bei dem Gerangel habe der Mann versucht, auf einen der Passanten mit seinem Messer einzustechen. Die Polizei nimmt den Mann schließlich fest und befragt ihn. Nach Angaben der Behörden handelt es sich bei ihm um einen 31-Jährigen. Er wurde demnach in der norditalienischen Stadt Bergamo geboren und wuchs in der Provinz Modena auf, er soll nordafrikanische Wurzeln haben. Vor wenigen Jahren sei er kurzzeitig psychiatrisch behandelt worden. Der Mann soll demnach einen Abschluss in Wirtschaftswissenschaften haben und nicht vorbestraft sein. Die genauen Hintergründe sind noch unklar. Die Behörden erklären, es gebe keine Hinweise darauf, dass der Mann unter dem Einfluss von Drogen oder Alkohol stand. Seine Wohnung ist durchsucht worden. Verbindungen zu extremistischen Gruppen seien bisher nicht festgestellt worden, heißt es weiter. Die Bestürzung in Modena ist groß. Nur wenige Menschen sind am Tag nach dem Vorfall auf den Straßen der 185.000-Einwohner-Stadt in der bei Touristen beliebten Region Emilia-Romagna. «Ich habe gesehen, wie die Menschen zur Seite sprangen und wegrannten - eine schreckliche Szene. Ich bin heute wieder hierhergekommen, weil ich an die Verletzten denke», sagt ein Mann. Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hat den Vorfall als «sehr schwerwiegend» bezeichnet und den Verletzten ihre Anteilnahme ausgedrückt. In den sozialen Medien schreibt die Politikerin, der Raser müsse nun zur Rechenschaft gezogen werden. Gemeinsam mit Staatspräsident Sergio Mattarella will Meloni nach Modena reisen und die Verletzten in den Krankenhäusern besuchen. Der Vorfall erinnert an frühere Taten in anderen Ländern. Der jüngste Fall ereignete sich Anfang Mai in Leipzig mit zwei Toten und mehr als 20 Verletzten. Auch dort fuhr ein Mann im Zentrum mit einem Auto in eine Menschenmenge.Zwei Verletzten mussten Beine amputiert werden
Bestürzung in Modena am Tag danach
Jüngster Vorfall in Leipzig mit zwei Toten
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Schock in Modena: Auto rast in Fußgänger - mehrere Verletzte
Ein Autofahrer rast mitten durch Modenas Altstadt in Passanten. Acht Menschen werden verletzt, zwei verlieren ihre Beine. Unter den Schwerverletzten ist auch eine Deutsche.
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