12. Januar 2026 / Aus aller Welt

Barbetreiber von Crans-Montana ist in Untersuchungshaft

Die Haft soll sicherstellen, dass die Ermittlungen ordnungsgemäß durchgeführt werden können, sagt das Gericht. Was der Barbesitzer tun muss, um wieder auf freien Fuß zu kommen.

Moretti käme nach Hinterlegung von Sicherheiten wieder auf freien Fuß, sagt das Gericht. (Archivbild)
Veröffentlicht am 12. Januar 2026 um 13:52 Uhr

Knapp zwei Wochen nach der Brandkatastrophe von Crans-Montana muss der Besitzer der betroffenen Bar, Jacques Moretti, in Untersuchungshaft. Das zuständige Zwangsmaßnahmengericht in Sitten (Sion) im Schweizer Kanton Wallis hat dem Antrag der Staatsanwaltschaft stattgegeben.

Die leitende Staatsanwältin hatte dies mit Fluchtgefahr begründet. Moretti ist Franzose. Seine Frau Jessica, mit der er die Bar zusammen betrieb, bleibt auf freiem Fuß. Die Anwälte des Ehepaars betonten, dass die beiden keine Absicht hätten, sich den Ermittlungen zu entziehen.

Bei dem Brand in der Silvesternacht waren in der Bar Le Constellation 40 überwiegend sehr junge Menschen ums Leben gekommen. 116 wurden verletzt, rund 80 befinden sind mit überwiegend schweren Verbrennungen noch in Krankenhäusern, auch in Deutschland.

Bis zum Urteil gilt der Barbesitzer als unschuldig

Die Untersuchungshaft ist zunächst auf drei Monate befristet. Moretti könne wieder auf freien Fuß kommen, wenn bestimmte Sicherheiten hinterlegt werden, teilte das Gericht mit. «Es geht also nicht darum, den Angeklagten bereits zu bestrafen, da dieser bis zum Inkrafttreten eines möglichen Urteils als unschuldig gilt», heißt es weiter.

Bei dem Unglück waren während der Silvesterparty in der zweigeschossigen Bar am Neujahrstag um 01.30 Uhr morgens Feuer ausgebrochen. Nach ersten Ermittlungen wurden sie durch funkensprühende Partyfontänen ausgelöst, die Schaumstoff an der Decke in Brand setzten. Wie die örtlichen Behörden einräumten, war die Bar zuletzt 2019 auf Brandschutzmaßnahmen untersucht worden, obwohl solche Kontrollen eigentlich jedes Jahr vorgeschrieben sind.

Am vergangenen Freitag hielt die Schweiz einen Staatstrauertag ab. Zu einer Gedenkveranstaltung in Martigny kamen rund 1.000 geladene Gäste, darunter der italienische Staatspräsident Sergio Mattarella und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron. Aus Italien und Frankreich stammen viele Opfer.


Bildnachweis: © Jean-Christophe Bott/KEYSTONE/dpa
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