Wer in der Kölner Krebsgasse am Neumarkt die öffentliche Toilette benutzen will, genießt ungeahnten Luxus: Security inklusive. Seit 2022 bewacht Personal in einem Häuschen direkt nebenan das stille Örtchen. Bewacht werde die Toilette nach Angaben der Stadt Köln unter anderem, damit drogenkranke Menschen sie nicht als Ort zum Konsumieren benutzen. Billig ist das allerdings nicht. Nach Angaben der Stadt beliefen sich die Kosten für die Bewachung von Mai 2022 bis Mai 2025 auf rund 334.000 Euro. Zu den aktuellen Kosten äußerte sich die Stadt auf Anfrage zunächst nicht. Mehrere Medien hatten bereits berichtet. Die Toilette sieht aus wie ein gewöhnlicher Kasten in Hochglanz-grau mit Metalltür und Münzeinwurf. Die Nutzung kostet 50 Cent. Direkt daneben steht ein kleines Wachhäuschen - ebenfalls grau mit kleinen Fenstern und dunklen Rollladen, durch die die Wachleute das Örtchen im Blick behalten können. Die Stadt hält diese Maßnahmen für notwendig, um «einer missbräuchlichen Nutzung der Toilette (beispielsweise als Ort des Drogenkonsums oder als Schlafstätte)» vorzubeugen. Die Anlage war 2015 eröffnet, im selben Jahr jedoch außer Betrieb genommen worden. Im Mai 2022 öffnete sie wieder - mit Bewachung. Die Stadt verweist auf ein «weitgehend differenziertes Hilfesystem für Drogen konsumierende Menschen» in Köln mit unter anderem Drogenkonsumräumen und Suchtberatungsangeboten. Zudem ist ein Suchthilfezentrum am Perlengraben in der Kölner Innenstadt geplant. Von dem Bau erhoffe sich die Stadt, die betroffenen Menschen zu unterstützen und die offene Drogenszene zurückzudrängen, damit der öffentliche Raum entlastet werden kann. «Jeder Konsum, der im Drogenkonsumraum und damit im Suchthilfezentrum stattfindet, findet unter sicheren Bedingungen und nicht auf offener Straße statt», erläutert eine Pressesprecherin weiter. Die Fertigstellung ist im Jahr 2027 vorgesehen. Der Bau soll laut offiziellen Angaben rund 8,72 Millionen Euro kosten. Die Toilette in der Krebsgasse ist nicht der einzige Ort in Köln, der regelmäßig bewacht werden muss. Auch der Heinrich-Böll-Platz zwischen dem Kölner Dom und der Hohenzollernbrücke wird während der Proben und Aufführungen in der Kölner Philharmonie bewacht. Der Grund: Direkt unter dem Platz befindet sich der Konzertsaal der Philharmonie. Sobald ein Skater über den Platz rollt oder Touristen mit Rollkoffern über die roten Ziegel schlendern, wird das eine Etage tiefer zum Problem. Wegen mangelhafter Schallisolierung des Dachs übertragen sich Tritt-, Roll- und Poltergeräusche direkt in den Konzertsaal und stören dort Musiker und Publikum. Während der Vorstellungen und Proben heißt es deshalb: «Betreten verboten». Mehrere Wachleute scheuchen Spaziergänger zur Seite, die es wagen, den Platz zu betreten. Diese Maßnahmen verschlingen laut dem Bund der Steuerzahler jedes Jahr Hunderttausende Euro. Die Bewachung des Platzes soll zunächst wie gewohnt weiterlaufen. Ob auch die öffentliche Toilette in der Krebsgasse künftig weiterhin bewacht wird, sei allerdings noch unklar, heißte es von der Stadt. Darüber müsse der Rat entscheiden. Bis dahin bleibt der Service am Örtchen in der Krebsgasse jedenfalls ungewöhnlich.Toilette als Konsumort für Drogen
Wie soll es weitergehen?
Woanders wird auch fleißig bewacht
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Bewachte Toilette in Köln kostet Hunderttausende Euro
Ein ganz schön teures Klo: Rund 334.000 Euro kostet die Bewachung dieser Kölner Toilette. Warum die Stadt diesen Aufwand für nötig hält – und was noch geplant ist.
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