23. Juli 2025 / Aus aller Welt

Chikungunya breitet sich in China aus - WHO warnt global

Tigermücken können das Chikungunya-Virus übertragen, wenn sie zustechen. Die WHO ist alarmiert. Die Mücke ist auch schon in Deutschland unterwegs.

Das Chikungunya wird durch bestimmte Mücken übertragen. (Symbolbild)
Veröffentlicht am 23. Juli 2025 um 13:35 Uhr

In Südchina breitet sich seit Kurzem das von Mücken übertragene Chikungunya-Virus rasch aus. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt auch vor einer Verbreitung in anderen Teilen der Welt. In der chinesischen Millionenstadt Foshan in der Provinz Guangdong verzeichneten die Behörden bislang 2.659 Fälle, wie das chinesische Staatsfernsehen berichtete. 53 Krankenhäuser in der Stadt mit zusammen mehr als 3.600 mückengeschützten Betten wurden demnach für die Behandlung der Infektionskrankheit ausgewiesen. Die bisherigen Fälle seien alle leicht verlaufen. 

Nach Angaben der WHO wird die Krankheit bereits in 119 Ländern übertragen. 5,6 Milliarden Menschen könnten sich theoretisch damit anstecken.

Die Ausbreitung in Südchina veranlasste Peking zu einer Warnung. In der Hauptstadt hätten die Behörden gelegentlich Fälle des Virus nachgewiesen. Mit steigendem internationalem Reiseverkehr bleibe die Gefahr weiterer eingeschleppter Fälle jedoch bestehen, hieß es in einer Mitteilung. Wer vorbeugen wolle, könne Brutstätten von Mückenlarven wie Blumentöpfe entfernen oder die Mücken mit chemischen Mitteln töten, empfahl die Behörde. Zudem schütze lange Kleidung vor Stichen.

Oft jahrelange Folgen 

Die von Stechmücken übertragene tropische Infektionskrankheit verläuft zwar in der Regel nicht tödlich. Sie löst aber Fieber und schwere Gelenk- und Muskelschmerzen aus. Dazu kommen oft Kopfschmerzen und extreme Erschöpfung. Die Krankheit klingt meist nach ein bis zwei Wochen ab. Aber bis zu 40 Prozent der Patientinnen und Patienten hätten nach einer Infektion Probleme, die Monate oder Jahre dauern können, so die WHO. Gefährlicher ist das Virus auch für chronisch Kranke sowie für Schwangere und Säuglinge. Das Virus (CHIKV) wird von Mücken übertragen, unter anderem von der Asiatischen Tigermücke. 

Ähnlicher Ausbruch wie vor 20 Jahren

Die WHO ist mit Blick auf die globale Lage alarmiert, weil das Virus sich in Bevölkerungen, die kaum Immunität haben, sehr schnell ausbreiten kann, wie sie berichtet. Auf der Insel La Réunion, die zu Frankreich gehört, habe sich in kurzer Zeit rund ein Drittel der Bevölkerung infiziert. Die Insel liegt rund 700 Kilometer östlich von Madagaskar, einer Insel vor Südostafrika. Auch Mayotte und Mauritius hätten große Ausbrüche gemeldet. 

Es gab 2004 und 2005 schon einmal eine Chikungunya-Epidemie, die sich von kleinen Inselstaaten im Indischen Ozean aus weltweit ausbreitete und eine halbe Million Menschen erfasste. Ein ähnliches Muster sei seit Anfang des Jahres zu beobachten, so die WHO. Sie ruft Länder auf, dringend Vorsorge zu treffen. Dazu gehören vor allem Mückenschutz und Moskitonetze in betroffenen Gebieten. Das Virus überträgt sich bislang nicht von Mensch zu Mensch.

Tropische Stechmücke verbreitet sich in Europa

Die Verbreitung der Tigermücke und hohe Temperaturen begünstigen das Vordringen dieses Erregers auch in Europa. Dort sind zwar bislang vor allem Fälle von Menschen bekannt, die sich in Ländern mit großen Chikungunya-Ausbrüchen aufgehalten haben. Aber im Mittelmeerraum gibt es vermehrt lokal übertragene Fälle. Anfang Juli wurde nahe der deutschen Grenze eine örtliche Ansteckung entdeckt. Das war südlich der französischen Stadt Straßburg. 

In Deutschland sind die Mücken in Baden-Württemberg und im Rhein-Main-Gebiet von Hessen und Rheinland-Pfalz weit verbreitet, darüber hinaus aber auch punktuell in Bayern, Thüringen, Berlin und Nordrhein-Westfalen, erklärte das Robert Koch-Institut.

Seit vergangenem Jahr sind in Deutschland zwei Impfstoffe zugelassen worden, Ixchiq und Vimkunya. Wegen vereinzelter Berichte über schwere Nebenwirkungen bei älteren Menschen wird Ixchiq aber derzeit von der Europäischen Arzneimittelagentur überprüft.

Der Name Chikungunya stammt aus einer Lokalsprache im Süden Tansanias und bedeutet so viel wie «Gekrümmt Gehende». Er bezieht sich auf die Körperhaltung der Infizierten, die stark unter Gelenkschmerzen leiden. In der Region Tansanias wurde die Krankheit Anfang der 50er Jahre erstmals beschrieben.


Bildnachweis: © Ennio Leanza/KEYSTONE/dpa
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