27. August 2025 / Aus aller Welt

Deutscher Vater springt in Comer See - weiter gesucht

Ein Urlaub am idyllischen Comer See nimmt eine tragische Wendung: Ein Vater springt ins Wasser, um seine Kinder zu retten – doch er taucht nicht mehr auf. Vor einem Jahr geschah ein ähnlicher Unfall.

Der Comer See liegt etwa 80 Kilometer nördlich von Mailand und gehört zu den bekanntesten Ferienregionen Italiens. (Archivbild)
Veröffentlicht am 27. August 2025 um 16:36 Uhr

Am Comer See in Norditalien suchen Rettungskräfte seit drei Tagen nach dem Deutschen, der ins Wasser sprang, um seinen Kindern zu helfen – bisher ohne Erfolg. Wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtet, sollen die Einsätze nur bei schlechter Witterung unterbrochen werden – wie insbesondere für Donnerstag vorhergesagt. Um die mehr als 200 Meter tiefen Gewässer abzusuchen, wurde auch ein ferngesteuerter Unterwasserroboter angefordert.

Der Mann war mit seiner Ehefrau und den beiden Kindern auf einem gemieteten Boot unterwegs. In der Nähe der Ortschaft Dorio am Ostufer des Sees in der Provinz Lecco fielen die Kinder aus bislang ungeklärter Ursache ins Wasser. Italienische Medien spekulierten, Wellen könnten eine Rolle gespielt haben. Der Vater sprang hinterher, um den Kindern zu helfen. Während diese in Sicherheit gebracht werden konnten, tauchte er selbst nicht mehr auf. Vermutet wird, dass er von einer Strömung erfasst wurde.

Ähnlicher Fall endete 2024 tragisch

Behörden machten auf Anfrage weiterhin keine Angaben zur Identität des Mannes. Berichten der italienischen Tageszeitung «La Repubblica» und der «Badischen Neuesten Nachrichten» zufolge hat er italienische Wurzeln und lebt mit seiner Familie in Bühl in Baden-Württemberg.

Im Juli 2024 war bereits ein anderer Deutscher in fast identischer Situation ums Leben gekommen. Der 51-Jährige aus Niedersachsen war mit seiner Frau und zwei Kindern auf einem gemieteten Boot unterwegs, als sein zwölfjähriger Sohn beim Schwimmen in Schwierigkeiten geriet. Der Vater sprang ins Wasser, um ihm zu helfen. Der Sohn konnte gerettet werden, der Vater tauchte jedoch nicht wieder auf. Zwei Tage später wurde sein lebloser Körper in mehr als 200 Metern Tiefe zwischen Dongo und Piona gefunden.

Der Comer See liegt rund 80 Kilometer nördlich von Mailand. Stellenweise über 400 Meter tief, zählt er zu den tiefsten Seen Europas. Besonders im nördlichen Teil können wechselhafte Winde starken Wellengang erzeugen.


Bildnachweis: © Bernhard Krieger/dpa-tmn
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