Einen Monat nach den schweren Erdbeben in Venezuela rückt neben der Versorgung der Betroffenen zunehmend der Wiederaufbau zerstörter Infrastruktur in den Mittelpunkt. «Jetzt ist der Moment, in dem es von der akuten Nothilfe zur Übergangshilfe, also in Richtung Wiederaufbau, geht», sagte Katja Dombrowski von der Welthungerhilfe der Deutschen Presse-Agentur. Die Zahl der bestätigten Todesopfer liegt nach Angaben des Präsidenten der venezolanischen Nationalversammlung, Jorge Rodríguez, nun bei 5.398. Mehr als 16.740 Menschen wurden verletzt, wie Rodríguez mitteilte. Die Vereinten Nationen gehen davon aus, dass 1,3 Millionen Menschen infolge der Erdbeben humanitäre Hilfe benötigen. Besonders dringend ist nach Einschätzung von Dombrowski die Wiederherstellung der Wasserversorgung. In den schwer betroffenen Gebieten sei die Wasserinfrastruktur teilweise zerstört. Die Menschen würden deshalb unter anderem mit Flaschenwasser versorgt, was auf Dauer keine Lösung sei. Daneben müssten Wohnhäuser, Schulen, Gesundheitsversorgung und andere Infrastruktur wiederhergestellt werden. Viele Menschen hätten zudem ihre Arbeitsplätze verloren, etwa im vom Tourismus geprägten Küstengebiet La Guaira. Für den Wiederaufbau werde Venezuela auf internationale Unterstützung angewiesen sein, sagte Dombrowski. Angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Lage des Landes und der weltweiten Kürzungen bei der humanitären Hilfe sei die Finanzierung eine zentrale Herausforderung. Auch andere Hilfsorganisationen berichten von anhaltend großen Bedürfnissen. Save the Children zufolge benötigen besonders Schwangere und Mütter medizinische Versorgung, nährstoffreiche Lebensmittel und sichere Unterkünfte. Nach UN-Schätzungen sind rund 36.700 Schwangere von den Erdbeben betroffen, etwa 4.000 von ihnen sollen im kommenden Monat entbinden. Viele Familien leben in Zelten, die ihnen kaum Schutz vor Hitze und Regen bieten. Die Malteser warnten vor den Folgen schlechter hygienischer Bedingungen in den Notunterkünften. Die beiden Erdbeben der Stärke 7,2 und 7,5 erschütterten Venezuela am 24. Juni. Nach Schätzungen der Weltbank verursachten sie unmittelbare Sachschäden in Höhe von fast 20 Milliarden US-Dollar. Fast die Hälfte der Schäden entfiel demnach auf Wohngebäude. Besonders betroffen waren der Bundesstaat La Guaira und der Distrito Capital mit der Hauptstadt Caracas.Wasser und Wohnraum fehlen
Sorge um Schwangere und Hygiene
Schäden in Milliardenhöhe
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Ein Monat nach Erdbeben: Rund 5.400 Tote in Venezuela
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