12. Mai 2025 / Aus aller Welt

Empörung über Zoo-Besucher in Tschechien

Eine Besuchergruppe soll Affen am Schwanz gezogen und mit Schokolade gefüttert haben. Der Zoo in Zlin stellt ein Video in die sozialen Netzwerke - auch als Warnung für andere.

Touristen sollen die Weißkopfsakis am Schwanz gezogen und gefüttert haben - hier ist ein Tier aus der Schweiz zu sehen.
Veröffentlicht am 12. Mai 2025 um 10:20 Uhr

Das Verhalten einer Besuchergruppe im Tropenpavillon eines Zoos hat in Tschechien für Empörung gesorgt. Eine Gruppe von Weißkopfsakis, einer Affenart, musste dort offenbar einiges ertragen. «Sie haben die Tiere nicht nur gefüttert, sondern auch berührt, gestreichelt und am Schwanz gezogen», teilte der Tierpark in Zlin mit. Der Zoo stellte ein Video des Zwischenfalls in die sozialen Netzwerke und rief Besucher auf, Hinweise zu den mutmaßlichen Tätern zu geben. Weißkopfsakis stammen aus dem nordöstlichen Südamerika.

Erinnerung an tödlichen Zwischenfall

«Hotdogs, Pommes, Kekse oder Schokolade haben auf dem Speiseplan der Tiere nichts zu suchen», mahnte ein Zoosprecher. Der Konsum dieser Lebensmittel könne bei ihnen zu großen gesundheitlichen Problemen führen. In Extremfällen könnten die Tiere sogar verenden. Besonders gefährlich sei Schokolade. Der Sprecher erinnerte an einen tragischen Zwischenfall aus dem Jahr 2009. Ein Weißkopfsaki-Jungtier sei gestorben, nachdem Zoogäste es mit unpassender Nahrung gefüttert hätten.

Tropenpavillon ist der Stolz des Zoos in Zlin

Manche fragen sich nun, ob zusätzliche Wärter den jüngsten Zwischenfall hätten verhindern können. «Besonders an Feiertagen kommen so viele Leute zu uns, dass man nicht alles bewachen kann - weder mit Kameras noch mit Menschen an Ort und Stelle», sagte indes Zoodirektor Roman Horsky der Zeitung «MF Dnes». Der im Jahr 2006 fertiggestellte Tropenpavillon ist der Stolz des Zoologischen Gartens in Zlin. Die meisten Tiere bewegen sich in der Halle frei herum. Die Stadt Zlin hat etwa 74.000 Einwohner und liegt rund 250 Kilometer südöstlich von Prag.


Bildnachweis: © Jean-Christophe Bott/KEYSTONE/dpa
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