31. Januar 2026 / Aus aller Welt

Energieprojekt nahe Sternwarte in Chile abgesagt

Grüner Wasserstoff oder Blick ins All? Ein Energiekonzern zieht sich aus einem umstrittenen Projekt zurück – und bewahrt das Paranal-Observatorium in der Atacama-Wüste vor Licht und Vibrationen.

Die Sternwarte „Rolf Chini Cerro Murphy“ der Europäischen Südsternwarte (ESO) am Cerro Armazones
Veröffentlicht am 31. Januar 2026 um 05:00 Uhr

Der einzigartige Nachthimmel der chilenischen Atacama-Wüste bleibt für astronomische Beobachtungen erhalten: Ein Energiekonzern hat nach eigenen Angaben seinen umstrittenen Plan aufgegeben, in der unmittelbaren Nähe des Paranal-Observatoriums eine Industrieanlage zu errichten. «Diese private Entscheidung ist gut für Chile, für die Wissenschaft und für die gesamte Menschheit», sagte der chilenische Wissenschaftsminister Aldo Valle Acevedo.

Der US-Energiekonzern AES wollte nur wenige Kilometer von den leistungsstarken Teleskopen entfernt eine Anlage zur Produktion von grünem Wasserstoff und grünem Ammoniak bauen. Wissenschaftler hatten vor Lichtverschmutzung und Vibrationen gewarnt, die ihre Arbeit beeinträchtigt hätten. 

Das Unternehmen begründete die Entscheidung mit seiner geschäftspolitischen Strategie - ohne Bezug auf das Observatorium zu nehmen. «Das INNA-Projekt ist zwar vollständig mit anderen Aktivitäten in der Region kompatibel, AES Andes hat sich jedoch entschieden, seine Bemühungen auf die Entwicklung und den Aufbau seines Portfolios im Bereich erneuerbare Energien und Energiespeicherung zu konzentrieren», hieß es.

Minister: «Verantwortung gegenüber den zukünftigen Generationen»

Die abgelegene Atacama-Wüste gilt wegen ihrer Bedingungen als besonders geeignet für die Astronomie. Das Observatorium auf dem Cerro Paranal wird seit seiner Einweihung im Jahr 1999 von der Europäischen Südsternwarte (ESO) betrieben. Ihr zufolge gelang dort unter anderem das erste Bild eines Exoplaneten. Auch an der Bestätigung der beschleunigten Expansion des Universums oder der Erforschung des supermassereichen Schwarzen Lochs im Zentrum der Milchstraße war die Anlage beteiligt.

Der chilenische Wissenschaftsminister begrüßte die Entscheidung von AES. «Chile ist eine globale astronomische Macht», sagte Valle. Der Schutz des Himmels sei eine Verantwortung gegenüber der internationalen Wissenschaftsgemeinschaft und zukünftigen Generationen.


Bildnachweis: © Bernd von Jutrczenka/dpa
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Aktuelle Blitzer im Kreis Heidenheim
Blitzer

Täglich aktualisierte Blitzermeldungen für Heidenheim und Umgebung

weiterlesen...
Temperaturrekord in Deutschland - 41,3 Grad gemessen
Aus aller Welt

Ein Höhepunkt der Hitzewelle ist erreicht: Der Wetterdienst hat vorläufig die bisher höchste Temperatur in Deutschland gemessen. Doch der Rekord könnte schnell überholt sein.

weiterlesen...
11 Stunden im Zug - So läuft es nach der Bahn-Störung
Aus aller Welt

Fahrgäste sind Ärger mit der Deutschen Bahn gewohnt. Doch am Dienstagabend ging zwei Stunden lang gar nichts - deutschlandweit. Wie läuft es für Reisende am Morgen danach?

weiterlesen...

Neueste Artikel

JD und Usha Vance verkünden die Geburt ihres vierten Kindes
Aus aller Welt

Drei Kinder hatte das Ehepaar Vance schon, nun begrüßt die Familie ihr jüngstes Mitglied.

weiterlesen...
Aktuelle Blitzer im Kreis Heidenheim
Blitzer

Täglich aktualisierte Blitzermeldungen für Heidenheim und Umgebung

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

JD und Usha Vance verkünden die Geburt ihres vierten Kindes
Aus aller Welt

Drei Kinder hatte das Ehepaar Vance schon, nun begrüßt die Familie ihr jüngstes Mitglied.

weiterlesen...
Unbekannter attackiert Festbesucher – acht Verletzte
Aus aller Welt

Blutige Nacht bei einem Dorffest: Ein Unbekannter verletzt mehrere Menschen, darunter einen 16-Jährigen. Der Täter kann in der Menge verschwinden - die Fahndung läuft.

weiterlesen...