10. Juli 2025 / Aus aller Welt

Etliche Millionen Menschen leiden bei Sand- und Staubstürmen

Über Tausende Kilometer wehen Staub- und Sandpartikel um die Welt, auch in Deutschland verfärbt Staub aus der Sahara zuweilen den Himmel. Das beeinträchtigt nicht nur die Gesundheit.

Sahara-Staub kommt auch in Deutschland an. (Archivbild)
Veröffentlicht am 10. Juli 2025 um 11:56 Uhr

Weltweit sind nach einem neuen Bericht jedes Jahr 330 Millionen Menschen in 150 Ländern von Sand- und Staubstürmen betroffen. «Der Klimawandel verstärkt das Auftreten von Sand- und Staubstürmen, indem er die Wettermuster verändert und die Vegetationsdecke verringert», berichtet die Weltwetterorganisation (WMO) in Genf. Nach Schätzungen gerieten jedes Jahr zwei Milliarden Tonnen Staub und Sand in die Atmosphäre. 80 Prozent davon stammten aus den Wüsten Nordafrikas und des Nahen und Mittleren Ostens. 

«Sand- und Staubstürme bedeuten nicht nur dreckige Fenster und einen trüben Himmel», sagt WMO-Generalsekretärin Celeste Saulo. «Das beeinträchtigt die Gesundheit und Lebensqualität von Millionen Menschen und verursacht Kosten in Millionenhöhe durch Störungen des Flugverkehrs und anderen Transportmethoden, durch Beeinträchtigungen der Landwirtschaft und der Solarstromerzeugung.»

Mittelmeerregion stark betroffen

Die Partikel werden durch starke Winde aufgewirbelt und können Tausende Kilometer weit transportiert werden. In vielen Regionen, die von verwehtem Sand und Staub betroffen waren, sei die Konzentration am Boden im vergangenen Jahr höher gewesen als im langjährigen Mittel (1981 bis 2010), berichtet die WMO. 

Zu den Regionen, die von weit verwehtem Sand und Staub betroffen sind, gehören nach diesen Angaben unter anderem das Mittelmeer, der Golf von Bengalen und Zentral- und Ostchina. Aber auch in Deutschland erscheint die Sonne manchmal wie hinter einem Schleier und das Licht wird rötlich, wenn Sand aus der Sahara in Nordafrika über Tausende Kilometer nach Norden geweht wird. 

Die Folgen der Staub- und Sandstürme

Sand und Staub förderten unter anderem die Gletscherschmelze, wenn sie sich auf Bergen und Gletschern ablagern, sagt WMO-Expertin Sara Basart. Sie beeinträchtigten die Landwirtschaft, weil Ablagerungen die Pflanzenblüte behindern können. Durch Sand- und Staubpartikel in der Atmosphäre komme auch weniger Sonnenenergie auf Solarmodulen an, erklärt Basart. Zudem begünstigten die Partikel in der Atmosphäre die Wolkenbildung. Auch die Ablagerungen direkt auf den Modulen beeinträchtige die Stromproduktion. Waldbrände begünstigten die Staubbildung zudem.


Bildnachweis: © Christoph Reichwein/dpa
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