17. Juli 2025 / Aus aller Welt

«Born to fly» – Extremsportler Baumgartner stürzt zu Tode

Mit einem Sprung aus 39 Kilometern Höhe machte der Österreicher 2012 Schlagzeilen rund um die Welt. Jetzt stirbt er im Italien-Urlaub – bei einem Unglück mit seinem Gleitschirm.

Tod in Italien: Der Extremsportler Felix Baumgartner kommt bei einem Sprung mit dem Gleitschirm ums Leben. (Archivbild)
Veröffentlicht am 17. Juli 2025 um 23:14 Uhr

Aus den Schlagzeilen war er längst wieder verschwunden. Was aber nicht zu bedeuten hatte, dass Felix Baumgartner nicht weiterhin die ganze Welt an seinem Leben teilhaben lassen wollte. Auf seinem Instagram-Konto postete der Österreicher, der 2012 als erster Mensch aus 39 Kilometern Höhe aus der Stratosphäre hinunter auf die Erde gesprungen war, in den letzten Tagen mehr als ein Dutzend Fotos, auf denen er mit seinem Gleitschirm über der Adria-Küste unterwegs war. 

Mehrmals sieht man auf den Bildern einen Swimmingpool in schönstem Blau. «Our hideaway» schrieb er dazu. In eben einem solchen Pool – möglicherweise genau diesem – ist das Leben des Extremsportlers nun zu Ende gegangen. Der 56-Jährige stürzte mit seinem Schirm aus zunächst ungeklärter Ursache im Badeort Porto Sant'Elpidio an der Adria-Küste auf das Gelände eines Hotels. Vermutet wird, dass er durch einen Schwächeanfall die Kontrolle über seinen motorisierten Paraglider verlor. Auch ein technisches Versagen oder ein Missgeschick seien nicht auszuschließen, hieß es. 

Hotelangestellte bei Aufprall verletzt

Nach Angaben der italienischen Feuerwehr war Baumgartner auf der Stelle tot. Bei dem Aufprall wurde auch eine Animateurin des Hotels verletzt – nach Informationen der Sportzeitung «La Gazzetta dello Sport» glücklicherweise nicht schwer. In dem Pool hielten sich italienischen Medienberichten zufolge mehrere Gäste auf, die den Sturz miterleben mussten. Sie seien unverletzt geblieben, hieß es. Möglicherweise hätte alles noch schlimmer kommen können.

Baumgartner hatte 2012 mit seinem Sprung aus 39 Kilometern Höhe Schlagzeilen rund um die Welt gemacht. Damals sahen Millionen Menschen an den TV-Bildschirmen und auf ihren Computern live zu, wie er sich in die Tiefe stürzte. Der Österreicher erreichte dabei eine irrwitzige Geschwindigkeit von mehr als 1.300 Stundenkilometern. Zudem holte er den Rekord für den höchsten bemannten Ballonflug und den höchsten Fallschirmsprung. Auf die Erde zurück kehrte er damals im US-Staat New Mexico.

«Ich fühle mich in der Luft zu Hause»

Die ersten Gedanken sind nun vermutlich bei vielen gleich: Wie kann jemand einen solch äußerst lebensgefährlichen Rekordsprung überstehen – und dann bei einem verhältnismäßig harmlosen Flug mit dem Gleitschirm ums Leben kommen? Gerade in Italien gehören solche Flüge in vielen Regionen fast schon zum touristischen Standardprogramm.

Baumgartner selbst hatte sich zu seiner Leidenschaft fürs Fliegen in Interviews immer wieder geäußert. «Ich fühle mich in der Luft zu Hause – so wie Seeleute auf See oder Bergsteiger in den Bergen», war einer seiner vielzitierten Sätze. Oder: «Manchmal muss ganz nach oben um zu verstehen, wie klein wir wirklich sind.» 

Auf seinen Unterarm hatte er sich «Born to fly» tätowieren lassen. Manche warfen ihm vor, es mit der Selbstdarstellung zu übertreiben. Auch der Sinn seiner Jagd nach Rekorden wurde infrage gestellt.

Fallschirmspringer beim Militär

Der gebürtige Salzburger träumte bereits als Kind vom Fliegen. Nach der Schule arbeitete er als Kfz-Mechaniker und ging dann zur Armee. Dort wurde er zum Fallschirmspringer ausgebildet. Seinen ersten Basejump machte er 1996. Im Jahr danach wurde das Springen zum Beruf. Gesponsort wurde er vom Getränkekonzern Red Bull. Bei der American B.A.S.E. Association hatte er eine eigene Mitgliedsnummer: 502. Die bekommt man nur, wenn man von Building (Gebäude), Antenna (Antenne), Span (Brücke) und Earth (Klippen) herunter gesprungen ist.

Nach seinem Rekordsprung aus der Stratosphäre mit einer Höchstgeschwindigkeit von Mach 1,25 – oder genau 1.357,6 Stundenkilometern – kündigte Baumgartner an, dem professionellen Sport den Rücken zu kehren und sich als Rettungshubschrauberpilot ein neues Standbein aufzubauen. In den vergangenen Jahren wurde es ruhiger um ihn. 

Ärger wegen politischen Äußerungen

Zunehmend ging es eher um seine Äußerungen zur Politik als um den Sport – beispielsweise, als er sich für eine «gemäßigte Diktatur» aussprach. Wegen abwertender Äußerungen über Frauen bekam er in seiner Heimat den Negativ-Preis «Rosa Handtaschl» verliehen. 

An der Adria machte er Urlaub, zusammen mit seiner Frau – nicht ohne in den sozialen Netzwerken weiter aktiv zu bleiben. Kurz vor dem Unfall postete er bei Instagram noch eine Story. Sein Kommentar: «Too much Wind». Er flog dann doch.


Bildnachweis: © Caroline Seidel/dpa
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