Zehn Jahre nach dem rassistischen Anschlag mit neun Toten beim Olympia-Einkaufszentrum in München fühlen sich Hinterbliebene unsicher in Deutschland. «Wir hören jeden Tag die Hetze von der AfD, von den Politikern, über Migranten, über Muslime, dass wir nicht zu diesem Stadtbild gehören, dass wir nicht hierhergehören», sagte Sibel Leyla, deren 14-jähriger Sohn Can am 22. Juli 2016 getötet wurde. «Wie sollen wir uns hier in diesem Land oder in dieser Stadt wohlfühlen und sicher fühlen?» Sie habe immer den Gedanken, dass ihrer Familie etwas zustoßen könne. «Mit diesem Wissen leben wir weiter.» Dabei begreifen sich Familien wie die Leylas als Teil von München und Deutschland. «Wenn ich denke, dass wir immer noch uns erklären müssen, dass wir zu dieser Stadt oder zu diesem Land gehören, das ist einfach schmerzhaft», so Leyla, die vor allem junge Menschen dazu aufruft, nicht still zu sein, sondern auf die Straße zu gehen. «Wir müssen einfach eine Haltung zeigen gegen Rassismus!» Bei dem Anschlag erschoss ein 18-Jähriger in einem Schnellimbiss und der Umgebung acht Jugendliche und eine erwachsene Frau, dann tötete er sich selbst. Weitere Menschen wurden verletzt. Die Ermittlungsbehörden sprachen erst von einem Amoklauf, stuften die Tat drei Jahre später aber doch als rassistisch motiviert ein. Die Fachstelle für Demokratie der Landeshauptstadt kritisiert, die Tat sei lange «als unpolitischer Amoklauf verharmlost» worden. Erst nach anhaltendem Druck der Angehörigen und Unterstützerinnen und Unterstützer seien unabhängige Gutachten in Auftrag gegeben, auf deren Grundlage auch weitere Behörden die Tat als rechtsterroristisches und rassistisches Attentat eingeordnet hätten. Bis heute gebe es offene Fragen, mit denen man sich auseinandersetzen müsse. An einer Gedenkfeier am Tatort am 22. Juli will auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier teilnehmen. Zum Tatzeitpunkt um 17.51 Uhr ist nach Angaben der Stadt zudem eine Schweigeminute geplant.Schmerzhafte Erklärung
Als «Amoklauf verharmlost»
Bildnachweis: © Sven Hoppe/dpa
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Familie von Anschlagsopfer: «Wir hören jeden Tag die Hetze»
Zehn Jahre nach dem rassistischen Anschlag in München fühlen sich Hinterbliebene unsicher. Der Hauptgrund: Alltagsrassismus und Hetze. Die Mutter eines Opfers äußert sich.
Meistgelesene Artikel
- 16. August 2026
Aktuelle Blitzer im Kreis Heidenheim
Täglich aktualisierte Blitzermeldungen für Heidenheim und Umgebung
- 10. August 2026
Sonnenfinsternis - Wo könnte es noch Schutzbrillen geben?
Am Mittwoch sollen bis zu 90 Prozent der Sonne verschwinden. Wer das Schauspiel beobachten will, braucht speziellen Augenschutz. Doch wo könnte es jetzt noch die passende «SoFi-Brille» geben?
- 31. Juli 2026
Wasser wird knapp: Koh Samui rationiert Versorgung
Die thailändische Trauminsel Koh Samui kämpft mit akuter Wasserknappheit. Anhaltende Dürre und der Tourismusboom haben die Vorräte überstrapaziert. Hotels kaufen bereits Wasser per Tankwagen zu.
Neueste Artikel
- 16. August 2026
Aktuelle Blitzer im Kreis Heidenheim
Täglich aktualisierte Blitzermeldungen für Heidenheim und Umgebung
- 16. August 2026
Gesundheitsrisiko Waldbrand: Wieso der Rauch gefährlich ist
Waldbrände hinterlassen verheerende Schäden – und die können beim Menschen sogar langfristige Folgen haben. Kleine Feinstaubpartikel können tief in die Lunge und sogar ins Blut gelangen.
Weitere Artikel derselben Kategorie
- 16. August 2026
Gesundheitsrisiko Waldbrand: Wieso der Rauch gefährlich ist
Waldbrände hinterlassen verheerende Schäden – und die können beim Menschen sogar langfristige Folgen haben. Kleine Feinstaubpartikel können tief in die Lunge und sogar ins Blut gelangen.
- 16. August 2026
Hurrikan «Lala» vor Hawaii: Zehntausende ohne Strom
Hurrikan «Lala» zieht dicht an Big Island vorbei. Zehntausende sind ohne Strom, Straßen sind überflutet. Auch Maui und Oahu müssen sich auf Sturm und Starkregen einstellen.

