30. September 2026 / Aus aller Welt

Fünf Jahre Haft für Schändung von Leichen im Krankenhaus

Er hatte seinen Job verloren, war suchtkrank und verging sich an Toten in einem Kühlraum. Der 39-Jährige soll dafür mehrere Jahre ins Gefängnis. Die Staatsanwaltschaft hatte mehr gefordert.

Das Landgericht Bielefeld hat ein Urteil zu geschändeten Leichen gesprochen. (Archivbild)
Veröffentlicht am 30. September 2026 um 12:50 Uhr

Wegen der Schändung von sieben Leichen in einem Krankenhaus in Bünde in Nordrhein-Westfalen muss ein 39-Jähriger voraussichtlich für fünf Jahre ins Gefängnis. Das Landgericht Bielefeld sah es nach dem umfassenden Geständnis des Mannes als erwiesen an, dass der Familienvater sich sexuell mehrfach an Toten im Kühlraum des Krankenhauses vergangen hatte. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Möglich ist noch eine Überprüfung, die sogenannte Revision, durch den Bundesgerichtshof in Karlsruhe.

Damit blieb das Landgericht deutlich unter der Forderung der Staatsanwaltschaft, die neun Jahre Haft gefordert hatte. Das Landgericht verurteilte den Mann neben der Störung der Totenruhe auch wegen Diebstahls, Wohnungseinbruchs, für zwei versuchte Brandstiftungen und den Besitz von Kinderpornografie. 

Der 39-Jährige hatte im Prozess ein umfassendes Geständnis abgelegt. Die Einbrüche hatte er mit einer Suchtproblematik und der dafür nötigen Finanzierung begründet. Der Vorsitzende Richter Thorsten Bolte betonte in der Urteilsbegründung, dass der Verurteilte sich zwar eingelassen, aber keine Antwort auf die Frage gegeben habe, wie es zu der Leichenschändung gekommen sei. Das sei alles nur schwer erklärbar und ein Fall, der einen Richter nur selten in seiner Laufbahn beschäftige, sagte Bolte.

Der jetzt Verurteilte hatte kurz vor den Taten seinen Job in dem Krankenhaus verloren und noch Zugang zum Gebäude.


Bildnachweis: © Friso Gentsch/dpa
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Aktuelle Blitzer im Kreis Heidenheim
Blitzer

Täglich aktualisierte Blitzermeldungen für Heidenheim und Umgebung

weiterlesen...
JP Kraemer: Unternehmen öffnen wieder
Aus aller Welt

Trotz der Ermittlungen gegen Jean Pierre Kraemer öffnen seine Unternehmen wieder. Die Entscheidung fiel nach intensiven Gesprächen zwischen Mitarbeitern, Management und Kraemer.

weiterlesen...
Königsbronn/B19 - Fußgänger schwer verletzt / Zu einem Unfall zwischen einem Fuß...
Polizeimeldung

Ulm (ots) - Kurz nach 6.15 Uhr fuhr ein 58-jähriger mit seinem Audi Elektroauto auf der B19/ Heidenheimer Straße im...

weiterlesen...

Neueste Artikel

Missbrauch im Kinderzimmer - «Ich schäme mich»
Aus aller Welt

Für einen mehrmonatigen Hafturlaub gilt ein Sexualtäter als vorbereitet. Dann kommt er in Franken mit Kindern in Kontakt und wird nach eigenen Angaben rückfällig – welche Fehler machten die Behörden?

weiterlesen...
Viele Verletzte bei Messerattacke an Schule in Polen
Aus aller Welt

Schock im polnischen Ostroleka: Ein 19-Jähriger sticht mit einem Messer zu, Schüler und Lehrer werden verletzt. Was Zeugen berichten und wie die Stadt jetzt reagiert.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Missbrauch im Kinderzimmer - «Ich schäme mich»
Aus aller Welt

Für einen mehrmonatigen Hafturlaub gilt ein Sexualtäter als vorbereitet. Dann kommt er in Franken mit Kindern in Kontakt und wird nach eigenen Angaben rückfällig – welche Fehler machten die Behörden?

weiterlesen...
Viele Verletzte bei Messerattacke an Schule in Polen
Aus aller Welt

Schock im polnischen Ostroleka: Ein 19-Jähriger sticht mit einem Messer zu, Schüler und Lehrer werden verletzt. Was Zeugen berichten und wie die Stadt jetzt reagiert.

weiterlesen...