18. Juni 2026 / Aus aller Welt

Gericht gibt grünes Licht für Aufbau der Wiesn-Zelte

Ein Münchner Wirt kämpft dafür, dass die begehrten Plätze auf dem Oktoberfest europaweit ausgeschrieben werden müssen. Jetzt gibt es dazu eine Entscheidung.

Wirt Alexander Egger möchte anstatt seines kleinen Festzelts "Münchner Stubn" nun ein großes. (Archivbild)
Veröffentlicht am 18. Juni 2026 um 10:54 Uhr

Die Zelte für das Münchner Oktoberfest können trotz eines Gerichtsstreits wie geplant aufgebaut werden. Das Bayerische Oberste Landesgericht lehnte den Eilantrag eines Münchner Wirtes ab, wonach die Betreiber zweier Festzelte zunächst nicht zur Wiesn zugelassen werden sollten, wie das Gericht mitteilte. 

Die Stadt könne das Paulaner-Festzelt und die Schottenhamel-Festhalle für das Oktoberfest 2026 wie vorgesehen zuteilen, erläuterte das Bayerische Oberste Landesgericht. Am 29. Juni soll der Aufbau der Festhallen starten. 

Wirt: Zelte nach europäischem Vergaberecht ausschreiben

Wirt Alexander Egger hatte beantragt, die Vergabe-Praxis der Stadt München für die beiden großen Zelte zu prüfen. Aus seiner Sicht muss die Vergabe der Oktoberfest-Zelte, über die die Stadt München entscheidet, nach einem EU-Vergabeverfahren ausgeschrieben werden. 

Die Vergabekammer Südbayern hatte das zurückgewiesen. Gegen diese Entscheidung legte Egger beim Bayerischen Obersten Landesgericht Rechtsmittel ein - und forderte zusätzlich in einem Eilantrag, dass die Betreiber von Schottenhamel- und Paulaner-Zelt nicht zur Wiesn zugelassen werden dürfen, bis in der Hauptsache über das Vergabeverfahren entschieden wurde. Diese Hauptsache-Entscheidung kann sich aber bis nach dem diesjährigen Oktoberfest hinziehen.

Zu der Frage, ob die Zulassungsverträge für die gastronomischen Großbetriebe für das Oktoberfest 2026 europaweit ausgeschrieben werden müssten, positionierte sich das Gericht vorerst nicht. Diese Frage bedürfe einer weiteren fundierten Prüfung und sei derzeit offen. 

Allerdings sei die von Egger geforderte europaweite Ausschreibung nach dem europäischen Vergaberecht und der anschließende Aufbau einer großen Festhalle für das Oktoberfest in diesem Jahr aus zeitlichen Gründen objektiv nicht mehr möglich. Die Wiesn beginnt am 19. September. 

Wirt will «gleichberechtigte Chance»

Egger hatte bereits vor Verkündung der Gerichtsentscheidung angekündigt, alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen und notfalls bis zum Europäischen Gerichtshof in Luxemburg gehen zu wollen. «Wir wollen, dass die Stadt München die begehrten Festzeltplätze künftig nach transparenten, objektiven und fairen Kriterien vergibt und damit allen leistungsfähigen Bewerbern eine reelle und gleichberechtigte Chance auf ein großes Festzelt eröffnet», ließ Egger mitteilen. 

Egger, der bisher ein kleines Wiesn-Zelt betreibt, hatte sich um ein großes Zelt beworben - ging dabei aber Medien zufolge leer aus.


Bildnachweis: © Peter Kneffel/dpa
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Aktuelle Blitzer im Kreis Heidenheim
Blitzer

Täglich aktualisierte Blitzermeldungen für Heidenheim und Umgebung

weiterlesen...
JP Kraemer: Unternehmen öffnen wieder
Aus aller Welt

Trotz der Ermittlungen gegen Jean Pierre Kraemer öffnen seine Unternehmen wieder. Die Entscheidung fiel nach intensiven Gesprächen zwischen Mitarbeitern, Management und Kraemer.

weiterlesen...
Leiche in Brenz aufgefunden / Am Donnerstag fand ein Zeuge in Heidenheim einen t...
Polizeimeldung

Ulm (ots) - Gegen 12:35 Uhr fand ein Zeuge den Toten in der Brenz im Bereich der Paul-Hartmann-Straße. Polizei und...

weiterlesen...

Neueste Artikel

Aktuelle Blitzer im Kreis Heidenheim
Blitzer

Täglich aktualisierte Blitzermeldungen für Heidenheim und Umgebung

weiterlesen...
Eine Tote bei Angriff in Schule in Polen
Aus aller Welt

Erneut Gewalt an einer polnischen Schule: Bei einer Messerattacke stirbt eine Frau, zwei weitere Menschen werden verletzt. Die Polizei kann den 15-jährigen Angreifer stellen.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Eine Tote bei Angriff in Schule in Polen
Aus aller Welt

Erneut Gewalt an einer polnischen Schule: Bei einer Messerattacke stirbt eine Frau, zwei weitere Menschen werden verletzt. Die Polizei kann den 15-jährigen Angreifer stellen.

weiterlesen...
Fall Fabian: Gutachten hält Angeklagte für schuldfähig
Aus aller Welt

Ein Gutachter bestätigt die psychischen Probleme der Angeklagten im Fabian-Prozess. Er berichtete von Egozentrik und Emotionslosigkeit. Ob die Tatvorwürfe stimmen, steht auf einem ganz anderen Blatt.

weiterlesen...