Die Grünen stellen sich hinter das von der CDU angestrebte Social-Media-Verbot für Kinder. Das vom Parteitag beschlossene Mindestalter von 14 Jahren sei richtig - «ich habe das schon lange gefordert», sagte die Grünen-Vorsitzende, Franziska Brantner, vor einer Sitzung des Bundesvorstands ihrer Partei in Berlin. Gleichzeitig kritisierte sie die ablehnende Haltung der CSU in der Frage. Die CDU hatte auf ihrem Parteitag am Wochenende nach Angaben einer Sprecherin die Bundesregierung aufgefordert, «eine gesetzliche Altersgrenze von 14 Jahren für die Nutzung sozialer Netzwerke einzuführen». Auch das «besondere Schutzbedürfnis bis zum 16. Lebensjahr im digitalen Raum» solle mit Regeln ausgestaltet werden. Aus der SPD waren zuvor schon ähnliche Vorschläge zu hören. Allerdings sollen noch Empfehlungen einer Kommission abgewartet werden, die wohl im Sommer kommen. Der Vorsitzende der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Alexander Hoffmann, sagte der «Augsburger Allgemeinen» nach dem CDU-Parteitagsbeschluss: «Diese Verbotsdebatte geht an der Wirklichkeit vorbei.» Den richtigen Umgang mit Social Media erlernten Kinder und Jugendliche nicht durch Verbote, sondern durch die Stärkung der eigenen Medienkompetenz in Kombination mit einem besseren Schutz vor jugendgefährdenden Angeboten. CSU-Chef Markus Söder hatte sich bereits früher gegen ein entsprechendes Verbot ausgesprochen. «Merz hat die Chance zu beweisen, wer wirklich Chef ist, und es entsprechend auch umzusetzen», sagte Brantner. Die Co-Chefin der Grünen fügte hinzu: «Der Schutz unserer Kinder und Jugendlichen wäre es auf jeden Fall wert, hier einmal klare Kante auch gegen Söder zu zeigen.» Ein Berliner Gericht hatte im Dezember entschieden, dass Tiktok bestimmte Daten sehr junger Nutzerinnen und Nutzer aus Deutschland nicht ohne Einwilligung ihrer Eltern für Marketing oder Werbezwecke verarbeiten darf. Das Landgericht II folgte mit seiner Entscheidung teilweise der Argumentation der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), die gegen das Unternehmen geklagt hatte. Die Verbraucherschützer hatten argumentiert, die einfache Abfrage des Geburtsdatums bei der Registrierung sei kein geeigneter Weg, um festzustellen, ob jemand schon 16 Jahre alt ist oder nicht. Das Urteil ist bislang nicht rechtskräftig.CSU findet Verbotsdebatte realitätsfremd
Brantner: Merz soll sich gegen Söder durchsetzen
Altersprüfung mit Fragezeichen
Bildnachweis: © Yui Mok/PA Wire/dpa
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Grüne stützen CDU bei Social-Media-Verbot für Kinder
CDU, SPD und Grüne sprechen sich dafür aus. Die CSU lehnt ein Mindestalter für die Nutzung von Tiktok, Instagram und anderen sozialen Netzwerken ab. Wer setzt sich durch?
Meistgelesene Artikel
- 20. Juli 2026
Aktuelle Blitzer im Kreis Heidenheim
Täglich aktualisierte Blitzermeldungen für Heidenheim und Umgebung
- 26. Juni 2026
Temperaturrekord in Deutschland - 41,3 Grad gemessen
Ein Höhepunkt der Hitzewelle ist erreicht: Der Wetterdienst hat vorläufig die bisher höchste Temperatur in Deutschland gemessen. Doch der Rekord könnte schnell überholt sein.
- 24. Juni 2026
11 Stunden im Zug - So läuft es nach der Bahn-Störung
Fahrgäste sind Ärger mit der Deutschen Bahn gewohnt. Doch am Dienstagabend ging zwei Stunden lang gar nichts - deutschlandweit. Wie läuft es für Reisende am Morgen danach?
Neueste Artikel
Drei Kinder hatte das Ehepaar Vance schon, nun begrüßt die Familie ihr jüngstes Mitglied.
- 20. Juli 2026
Aktuelle Blitzer im Kreis Heidenheim
Täglich aktualisierte Blitzermeldungen für Heidenheim und Umgebung
Weitere Artikel derselben Kategorie
Drei Kinder hatte das Ehepaar Vance schon, nun begrüßt die Familie ihr jüngstes Mitglied.
- 19. Juli 2026
Unbekannter attackiert Festbesucher – acht Verletzte
Blutige Nacht bei einem Dorffest: Ein Unbekannter verletzt mehrere Menschen, darunter einen 16-Jährigen. Der Täter kann in der Menge verschwinden - die Fahndung läuft.

