In einem Schweinemastbetrieb der ostspanischen Provinz Teruel sind Tiere in grausigen Verhältnissen gehalten worden. Die Nichtregierungsorganisation Arde veröffentlichte Fotos und Videos aus dem Betrieb mit Massentierhaltung, in denen kranke Tiere in Agonie neben bereits verendeten und in Verwesung übergegangenen Schweinen in völlig verdreckten, dunklen Ställen mit Ratten- und Madenbefall zu sehen sind. Die Aufnahmen stammten demnach aus dem vergangenen Oktober. Die Organisation erstattete nach eigenen Angaben Anzeige unter anderem wegen Tierquälerei und Verstößen gegen die öffentliche Gesundheit. Schlachtvieh aus diesem Betrieb sei unter anderem an einen Schlachthof in Girona geliefert worden, dessen Erzeugnisse in Supermärkte in ganz Spanien und darüber hinaus gelangt seien. Aldi Nord betonte auf Anfrage zwar, von dem Schlachthof beliefert worden zu sein. Allerdings sei kein Fleisch aus dem beanstandeten Betrieb in der Gemeinde Castellote in die Regale des Discounters gelangt, was mit Hilfe der europäischen Vorschriften zur Rückverfolgbarkeit von Fleisch überprüft worden sei. Der Mastbetrieb wurde dann vor Kurzem von einem neuen Eigentümer übernommen. Seither scheinen sich die Zustände gebessert zu haben. Für die geschilderten Zustände sei der frühere Eigentümer zuständig, sagte der neue Betreiber. Das regionale Landwirtschaftsministerium von Aragón teilte dpa auf Anfrage mit, bei einer am Mittwoch durchgeführten Inspektion des Betriebes durch Veterinärbeamte seien keine Verstöße gegen gesetzliche Vorschriften mehr festgestellt worden. «Weder im Bereich des Tierschutzes noch im hygienischen Bereich wurden Unregelmäßigkeiten festgestellt, und in jedem der Ställe war der Hygienestandard einwandfrei», schieb das Ministerium. Spaniens Schweinehaltung ist in Europa ein Schwergewicht: Das Land gilt inzwischen als größter Schweinefleischproduzent der EU. Nach amtlichen Schlachtstatistiken wurden 2024 rund 53,9 Millionen Schweine geschlachtet. Die Branche ist stark industrialisiert und von Massentierhaltung geprägt. Immer wieder gibt es Tierwohl-Skandale. Ähnliche Vorwürfe werden von Tierschützern auch in Deutschland erhoben.Besserung nach Übernahme durch neuen Eigentümer
Spanien ist größter Schweinefleischproduzent Europas
Bildnachweis: © -/NGO Arge/dpa
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Horror-Schweinemast in Spanien: Krankheiten, Kadaver, Ratten
Schweine in Agonie, Kadaver neben lebenden Tieren, Maden und Ratten: Was Tierschützer in einem spanischen Mastbetrieb entdeckten.
Meistgelesene Artikel
- 11. Oktober 2026
Aktuelle Blitzer im Kreis Heidenheim
Täglich aktualisierte Blitzermeldungen für Heidenheim und Umgebung
Ulm (ots) - Gegen 12:35 Uhr fand ein Zeuge den Toten in der Brenz im Bereich der Paul-Hartmann-Straße. Polizei und...
- 24. September 2026
Heimliches Filmen: Braucht es ein Verbot von Smart Glasses?
Mit Smart Glasses ist es noch unauffälliger als mit dem Handy, fremde Menschen in der Öffentlichkeit heimlich zu filmen. Wie groß ist das Problem, wie wird dagegen vorgegangen und was bringen Verbote?
Neueste Artikel
- 11. Oktober 2026
Aktuelle Blitzer im Kreis Heidenheim
Täglich aktualisierte Blitzermeldungen für Heidenheim und Umgebung
- 11. Oktober 2026
Cybergrooming: Ermittler warnen vor Massenphänomen im Netz
Sie haben sexuelle Absichten und knüpfen Kontakte über Chats und Gaming-Plattformen: Wie Täter im Netz vorgehen, welche Hürden bei der Strafverfolgung bestehen und welche Maßnahmen Ermittler fordern.
Weitere Artikel derselben Kategorie
- 11. Oktober 2026
Cybergrooming: Ermittler warnen vor Massenphänomen im Netz
Sie haben sexuelle Absichten und knüpfen Kontakte über Chats und Gaming-Plattformen: Wie Täter im Netz vorgehen, welche Hürden bei der Strafverfolgung bestehen und welche Maßnahmen Ermittler fordern.
- 11. Oktober 2026
Touristen-Golfcarts verstopfen Roms Zentrum – Ärger wächst
Zahllose Golfcarts kutschieren Touristen durch Roms Zentrum - und sorgen für noch mehr Verkehrschaos in der ohnehin überlasteten Innenstadt. Der Ärger wächst. Nun wird um klare Regelungen gerungen.

