Die Zahl unerledigter Fälle wächst nach Angaben des Deutschen Richterbundes weiter. Zur Jahreshälfte hat sich die Anzahl demnach bundesweit auf 981.633 Verfahren erhöht. Damit sind im ersten Halbjahr 2025 nochmals 30.781 offene Fälle bei den Behörden hinzugekommen. Zum Jahresende 2024 war ein bisheriger Rekordstand von 950.852 unerledigten Verfahren erreicht worden. Die Zahlen gehen auf eine Umfrage bei den Justizverwaltungen der Länder zurück, die die vom Richterbund herausgegebene «Deutsche Richterzeitung» durchgeführt hat. Berücksichtigt wurden dabei nur die Verfahren gegen namentlich bekannte Beschuldigte, wie es hieß. Laut Verband blieb auch die Zahl neuer Verfahren bei den Staatsanwaltschaften auf Rekordniveau: In den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres kamen mehr als 2,7 Millionen neue Fälle auf die bereits bestehenden Aktenberge hinzu. «Im Ergebnis ziehen sich viele Strafverfahren in die Länge und Verfahrenseinstellungen nehmen zu», erklärte der Bundesgeschäftsführer des Richterbundes, Sven Rebehn. Die bundesweit höchste Zahl offener Verfahren zum Stichtag 30. Juni gibt es nach den Angaben in Nordrhein-Westfalen mit knapp 267.000 Fällen. Seit dem Jahr 2021 ist dies ein Zuwachs von rund 40 Prozent (Ende 2021: 191.604). Besonders schwierig ist die Entwicklung laut Richterbund in Hamburg: Dort wuchs der Berg unerledigter Fälle bis Ende Juni auf 64.404 Verfahren. Damit hat sich der Aktenstapel laut Richterbund in den vergangenen dreieinhalb Jahren fast verdreifacht (Ende 2021: 22.900 offene Verfahren). Auch Sachsens Staatsanwaltschaften schieben eine große Bugwelle vor sich her: Dort gab es nach den Angaben Ende Juni 45.952 offene Verfahren - eine Zunahme von 54 Prozent seit dem Jahr 2021. Anlässlich der Zahlen fordert der Deutsche Richterbund eine schnelle Zusage der Länder für neue Stellen in der Justiz. Erst dann könnten die von der Bundesregierung zugesagten 450 Millionen Euro an zusätzlichen Mitteln fließen. «Die Strafjustiz darf nicht zum Flaschenhals bei der Kriminalitätsbekämpfung werden.»Meisten unerledigten Verfahren in NRW
Brandenburg reduziert offene Fälle
Bildnachweis: © Patrick Pleul/dpa
Copyright 2025, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Immer mehr unerledigte Verfahren bei Staatsanwaltschaften
Täglich neue Fälle, teils komplexe Ermittlungen mit sichergestellten Daten, die ausgewertet werden müssen. Die Staatsanwaltschaften kommen kaum noch hinterher. Die Aktenberge wachsen und wachsen.
Meistgelesene Artikel
- 25. Januar 2026
Fasching in Heidenheim & Umgebung: Närrische Wochen im Landkreis
Fasching 2026 im Landkreis Heidenheim: Umzüge, Partys & Kinderfasching – alle wichtigen Termine von Heidenheim bis ins Umland auf einen Blick
Ulm (ots) - Am Samstag gegen 14:55 Uhr wurde der Integrierten Leitstelle in Aalen ein automatisierter Notruf, ein...
- 20. Januar 2026
Polarlichter über Heidenheim: Seltenes Naturschauspiel in der Nacht auf den 20. Januar
Ein besonderer Moment über Heidenheim: In der Nacht auf den 20. Januar leuchteten Polarlichter über der Stadt und im Landkreis.
Neueste Artikel
- 9. Februar 2026
In Aalen wird aus Bahnwärterhäusle Currywurst-Treff
Im nicht mehr genutzten Bahnwärterhäusle gibt es jetzt einen Mittagstisch. Dort gibt es jetzt in rustikalem Ambiente...
- 9. Februar 2026
Geständnis im Rulantica-Prozess: «Ich bereue es sehr»
Ein Mädchen verschwindet aus dem Freizeitbad Rulantica – Stunden später taucht es hilflos wieder auf. Aber auch nach dem Geständnis eines angeklagten Mannes ist unklar, was genau damals geschehen ist.
Weitere Artikel derselben Kategorie
- 9. Februar 2026
Geständnis im Rulantica-Prozess: «Ich bereue es sehr»
Ein Mädchen verschwindet aus dem Freizeitbad Rulantica – Stunden später taucht es hilflos wieder auf. Aber auch nach dem Geständnis eines angeklagten Mannes ist unklar, was genau damals geschehen ist.
- 9. Februar 2026
Bericht: Ohne Naturschutz riskieren Unternehmen ihre Zukunft
Unternehmen bedrohen die Natur - deren Probleme wiederum schlagen immer stärker auf die Wirtschaft zurück, warnt ein Bericht. Er nennt zentrale Maßnahmen für einen Weg zu beiderseitigem Nutzen.

