Der 90 Jahre alte Inzest-Täter Josef Fritzl bittet erneut um die vorzeitige Entlassung aus seiner lebenslangen Gefängnisstrafe. Das Landgericht im österreichischen Krems bestätigte der Deutschen Presse-Agentur einen entsprechenden Antrag seiner Anwältin Astrid Wagner. Zuvor hatte die Juristin in ihrem Podcast «Plädoyer für Verbrecher» darüber berichtet. Sie argumentierte, dass Fritzl mehr als 15 Jahre im Gefängnis verbracht habe, und damit die rechtliche Voraussetzung für solch einen Schritt gegeben sei. «Ich denke, dass auch er diese Chance verdient hat», sagte sie. Sie erwarte aber, dass bis dahin noch einige Zeit vergehen könnte. Fritzl hatte 1984 seine damals 18-jährige Tochter in den Keller seines Hauses gesperrt. In den folgenden 24 Jahren vergewaltigte er sie tausendfach und zeugte sieben Kinder mit ihr. Eines davon starb bald. Fritzl wurde im März 2009 wegen Mordes durch Unterlassen, Vergewaltigung, Freiheitsberaubung, schwerer Nötigung, Sklaverei und Blutschande zu lebenslanger Haft verurteilt. 2024 verlegte das Landgericht Fritzl vom Maßnahmenvollzug in ein normales Gefängnis. Ein Antrag auf vorzeitige Entlassung wurde jedoch abgelehnt. Das Gericht verwies damals unter anderem auf die hohe kriminelle Energie des Täters und die mangelnde Vorbereitung auf ein Leben in Freiheit. Nun wird der neue Antrag geprüft. Wann darüber entschieden wird, steht laut dem Gerichtssprecher in Krems noch nicht fest. Fritzl, der inzwischen seinen Namen ändern ließ, bereue seine Taten, sagte Wagner. Seine frühere Persönlichkeit habe sich durch eine Demenzerkrankung verändert. Die Justiz sollte zumindest Haft-Ausgängen zur Vorbereitung einer Entlassung zustimmen, forderte sie. Sie hoffe, dass er etwa in ein Kaffeehaus gehen könne und «die Luft der Freiheit erstmals schnuppert». Von einem möglichen Leben in Freiheit hat Fritzl laut seiner Anwältin jedoch falsche Vorstellungen. Er erwarte etwa, in seiner Heimatgemeinde freudig empfangen zu werden und mit alten Freunden Karten zu spielen, sagte Wagner.Entlassung voriges Jahr abgelehnt
Täter macht sich rosige Erwartungen
Bildnachweis: © Helmut Fohringer/APA/dpa
Copyright 2025, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Inzest-Täter Fritzl - Gericht prüft Antrag auf Entlassung
Jahrelang vergewaltigte er seine Tochter in einem Kellerverlies. Dann wurde Fritzl zu lebenslanger Haft verurteilt. 2024 wurde eine Entlassung abgelehnt. Er und seine Anwältin lassen nicht locker.
Meistgelesene Artikel
- 12. August 2026
Aktuelle Blitzer im Kreis Heidenheim
Täglich aktualisierte Blitzermeldungen für Heidenheim und Umgebung
- 10. August 2026
Sonnenfinsternis - Wo könnte es noch Schutzbrillen geben?
Am Mittwoch sollen bis zu 90 Prozent der Sonne verschwinden. Wer das Schauspiel beobachten will, braucht speziellen Augenschutz. Doch wo könnte es jetzt noch die passende «SoFi-Brille» geben?
Ein Verteilerkasten der Deutschen Bahn brennt zwischen Hamburg und Cuxhaven, Signalleitungen werden beschädigt. Die Folge: Züge fahren dort vorerst nicht mehr. Die Polizei hat einen Verdacht.
Neueste Artikel
- 12. August 2026
Großeinsatz auf See: Fährunglück zwischen Bali und Lombok
Wieder brennt eine Fähre in Indonesien, diesmal zwischen Bali und Lombok. Es geht glimpflicher aus als vor zehn Tagen. Doch für viele Reisende in dem Inselstaat bleibt ein mulmiges Gefühl.
- 12. August 2026
Helfer feiern dramatische Rettung aus den Erdbeben-Trümmern
Den Rettern in dem südamerikanischen Land rennt die Zeit davon, zumal noch viele Menschen vermisst werden. Am Krisenmanagement der Regierung wird derweil Kritik laut.
Weitere Artikel derselben Kategorie
- 12. August 2026
Großeinsatz auf See: Fährunglück zwischen Bali und Lombok
Wieder brennt eine Fähre in Indonesien, diesmal zwischen Bali und Lombok. Es geht glimpflicher aus als vor zehn Tagen. Doch für viele Reisende in dem Inselstaat bleibt ein mulmiges Gefühl.
- 12. August 2026
Helfer feiern dramatische Rettung aus den Erdbeben-Trümmern
Den Rettern in dem südamerikanischen Land rennt die Zeit davon, zumal noch viele Menschen vermisst werden. Am Krisenmanagement der Regierung wird derweil Kritik laut.

