Gerade erst hat die Einreichung der Vorschläge für das «Jugendwort des Jahres» begonnen - und schon sorgt ein Begriff für Aufmerksamkeit. Wie der Verlag Pons Langenscheidt auf dpa-Nachfrage bestätigte, wurden mehrere Varianten des Begriffs «Mehrzweckeier» als Vorschlag angegeben. Welche Schreibweise genau eingereicht wurde, wollte der Verlag nicht kommentieren, um das Abstimmungsverhalten nicht zu beeinflussen, wie es hieß. Im Internet sind mehrere Schreibweisen in Umlauf. Bei dem Begriff handelt es sich wohl um eine Abwandlung von «Merz leck Eier». Aufgetaucht waren diese Worte unter anderem vor einigen Monaten bei Protesten junger Leute gegen die Wehrpflicht. Bei einer Schüler-Demonstration Anfang März in Berlin hatte ein 18-Jähriger ein Plakat mit der Aufschrift: «Merz leck Eier» getragen. Die Polizei teilte anschließend mit, dass sie gegen den jungen Mann wegen des Verdachts der Verleumdung von Bundeskanzler und CDU-Chef Friedrich Merz ermittelt. Auch bei späteren Protestzügen tauchten Plakate mit dieser Aufschrift auf. Sie könnten auf die Bundeswehr-Musterung anspielen. «Mit dem "Jugendwort des Jahres" suchen wir Begriffe, die fest zum Wortschatz junger Menschen gehören und dementsprechend im Alltag ganz selbstverständlich genutzt werden. Dabei kommunizieren wir jedes Jahr auch die Ausschlusskriterien transparent und offen», sagte Artur Reiser, Marketing Manager bei Pons Langenscheidt auf Nachfrage. Ausgeschlossen werden demnach «offensichtliche Fakes und von einzelnen Gruppen oder Influencerinnen und Influencern initiierte Kampagnen, außerdem Begriffe mit beleidigendem, rassistischem, diskriminierendem oder sexistischem Charakter.» Da die Einreichungsphase gerade erst begonnen habe und noch bis zum 17. Juli andauere, warte der Verlag ab, wie sich das Voting entwickele, so Reiser weiter. «Erst dann entscheiden wir über das weitere Vorgehen und veröffentlichen am 28. Juli die Top 10», sagte Reiser. Seit vergangenem Freitag können Vorschläge unter www.jugendwort.de eingereicht werden. Mitmachen kann laut Verlag jeder. In die offizielle Auswertung für das Jugendwort des Jahres fließen allerdings nur die Stimmen von Jugendlichen, wie es auf der Internetseite von Langenscheidt heißt. Die meisten Teilnehmer sind demnach zwischen elf und 20 Jahren alt. Im vergangenen Jahr wurde «Das crazy» zum Sieger gekürt. Nicht bekannt? «Das crazy» bezeichnete die Jury damals als «Allzweckwaffe der Sprachlosigkeit» und als eine Alternative zu einem «Okay». Eingesetzt wird es vor allem, wenn keine passendere Antwort einfällt, die Lust an einer ausführlicheren Antwort fehlt oder man einfach nur höflich bleiben will. «Jugendwörter sind mehr als nur Trends – sie spiegeln wider, was junge Menschen gerade beschäftigt und wie schnell sich Sprache sogar binnen Monaten verändert», hatten die Projektleitenden Jenny Dolpp und Artur Raiser von Pons Langenscheidt zum Kampagnenstart erklärt. 2008 startete der Verlag mit der Wortsuch-Tradition – mit mal witzigem, mal eher kuriosem Ergebnis. Darunter finden sich Klassiker wie die «Gammelfleischparty», ein augenzwinkernder Begriff für Ü-30-Partys, oder «hartzen» fürs Nichtstun sowie «Niveaulimbo» für eher flache Konversationen. Auch «Swag» (Coolness), «Yolo» («You only live once») und «Babo» (Boss) schafften es aufs Siegertreppchen. Am 28. Juli stehen die Top 10 fest, danach beginnt die öffentliche Abstimmung. Am 28. August werden die drei besten Begriffe vorgestellt – und am 10. Oktober wird das Jugendwort mit den meisten Votes bei der Frankfurter Buchmesse gekürt.Aber hat der Begriff überhaupt eine Chance?
Vorschläge können online eingereicht werden
Von Gammelfleischparty bis Cringe
Mitte Oktober steht der Sieger fest
Bildnachweis: © Sven Kaeuler/dpa
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Jugendwort 2026: Hat «Mehrzweckeier» eine Chance?
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