Angesichts des spektakulären Bankeinbruchs in Gelsenkirchen und Mutmaßungen über eine hohe Beutesumme fordert der Bund Deutscher Kriminalbeamter NRW Schließfächer in den Fokus zu nehmen. «Ich finde das aberwitzig, dass wir hier Geldwäschebekämpfung betreiben, in ein Schließfach aber jeder reindonnern darf, was er will», sagte der NRW-Landesvorsitzende des BDK, Oliver Huth, der Deutschen Presse-Agentur. Mittlerweile befinde sich die sechste Geldwäscherichtlinie der EU in der Umsetzung, Schließfächer seien aber komplett außen vor. «Mit diesem Modell reichen wir der Organisierten Kriminalität die Hand», kritisierte er. Diese Debatte sollte geführt werden. Er wolle damit weder einen Tatverdacht noch eine Vorverurteilung aussprechen. Unter Schließfächermietern könnten auch Kriminalitätsopfer sein, die Familienschmuck in Sicherheit wissen wollen. «Es gibt keinen Grund Bargeld im Schließfach zu hinterlegen und nicht aufs Sparkonto zu packen», sagte Huth. Die Einzigen, die sich Geld unters Kopfkissen legten, seien ältere Leute, die mit Bankgeschäften Probleme hätten. Er gehe davon aus, dass es im Sinne der Normalverteilung auch unter Schließfachbesitzern «schwarze Schafe» gebe. Er selbst habe als Beamter schon 300.000 Euro im Bankschließfach einer Kindergärtnerin gefunden. Zum konkreten Fall des Aufbruchs von Tausenden Schließfächern in einer Sparkassenfiliale in Gelsenkirchen wollte sich Huth nicht äußern. Schwere Bandenkriminalität werde erfahrungsgemäß langwierig vorbereitet. In vergleichbaren Fällen die bekannt seien, hätten sich die Täter Informationen unter anderem auch über die Gebäudestruktur besorgt. Solche Straftaten würden erfahrungsgemäß von langer Hand sehr akribisch vorbereitet. Bei dem Einbruch in der Gelsenkirchener Sparkasse-Filiale hatten die Täter fast alle 3.250 Kunden-Schließfächer aufgebrochen. Die Täter drangen in einen Archivraum ein, von dem aus sie ein großes Loch in den Tresorraum bohrten. Den Einbruch hatten Einsatzkräfte am frühen Morgen des 29. Dezember infolge eines Alarms der Brandmeldeanlage entdeckt. Die Beutetour zog sich möglicherweise über mehrere Tage hin. Die Täter konnten entkommen. Banken besitzen keine Kenntnis darüber, was sich in Schließfächern befindet. Ein Anwalt von Betroffenen widersprach bereits Spekulationen über mögliches Schwarzgeld in den aufgebrochenen Schließfächern. Ein Großteil seiner Mandanten habe bereits Nachweise über einen seriösen Erwerb - etwa Videos von der Einlagerung von Bargeld oder Goldschmuck - vorgelegt.Warum Bargeld im Schließfach?
Tresor-Coup von langer Hand vorbereitet
Fast alle Schließfächer aufgebrochen
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Kriminalbeamte fordern Kontrollmechanismen für Schließfächer
Bei Konten müssen Banken auffällige Bewegungen melden. Schließfächern sind bei der Geldwäschebekämpfung außen vor. Dies gehört auf den Prüfstrand, meint der Bund Deutscher Kriminalbeamter NRW.
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