Pro Minute sterben laut UN-Schätzungen etwa neun Kinder unter fünf Jahren. Demnach gab es im Jahr 2024 weltweit geschätzt 4,9 Millionen Todesfälle unter Babys und Kleinkindern in dieser Altersgruppe. Die meisten davon wären durch kostengünstige Maßnahmen und Zugang zu Gesundheitsversorgung vermeidbar, heißt es in dem Bericht, den das UN-Kinderhilfswerk Unicef in New York gemeinsam mit anderen UN-Organisationen erstellt hat. «Kein Kind sollte an Krankheiten sterben, die wir verhindern können», sagte Unicef-Chefin Catherine Russell. Die Zahl der Todesfälle vor dem fünften Geburtstag sei zwar seit dem Jahr 2000 weltweit um mehr als die Hälfte gefallen, heißt es im Bericht. Doch seit 2015 hätten sich die Fortschritte stark abgebremst. Gleichzeitig würden weltweit Budgets gekürzt, sagte Russell. Die drastischen Streichungen von US-Hilfsgeldern erwähnte sie nicht direkt. Kindersterblichkeit ist global sehr unterschiedlich verteilt, so wie auch der Zugang zu medizinischer Versorgung. Afrikanische Länder südlich der Sahara verzeichneten 58 Prozent aller Todesfälle unter fünf Jahren. Dort spielen Infektionskrankheiten eine große Rolle. Rund 25 Prozent aller Fälle wurde in Südasien registriert, wo viele Säuglinge kurz nach der Geburt sterben. Europa und Nordamerika kommen zusammen auf nur 1,1 Prozent. In Kriegs- und Krisengebieten ist das Risiko für Neugeborene, Babys und Kleinkinder besonders stark ausgeprägt: Die Sterbewahrscheinlichkeit in betroffenen Ländern sei fast dreimal so hoch wie anderswo, heißt es im Bericht. Die UN-Organisationen erstellten auch Daten für die Altersgruppe 5 bis 24: Im Jahr 2024 starben demnach geschätzt 2,1 Millionen Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Während im Kindesalter noch Infektionskrankheiten und Verletzungen die häufigsten Todesursachen sind, verschiebt sich das Bild bei den Jugendlichen: Mädchen zwischen 15 und 19 Jahren kommen am häufigsten durch suizidales Verhalten ums Leben. Jungen in diesem Alter sterben am häufigsten durch Verkehrsunfälle.Afrika und Südasien besonders stark betroffen
Die häufigsten Todesursachen bei Teenagern
Bildnachweis: © Eva-Maria Krafczyk/dpa
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Millionen Kinder sterben jährlich - Erfolge vermindern sich
Im Kampf gegen die Kindersterblichkeit sind weltweit große Erfolge erzielt worden. Doch in den vergangenen Jahren hat der Fortschritt stark abgenommen.
Meistgelesene Artikel
- 15. Juli 2026
Aktuelle Blitzer im Kreis Heidenheim
Täglich aktualisierte Blitzermeldungen für Heidenheim und Umgebung
- 26. Juni 2026
Temperaturrekord in Deutschland - 41,3 Grad gemessen
Ein Höhepunkt der Hitzewelle ist erreicht: Der Wetterdienst hat vorläufig die bisher höchste Temperatur in Deutschland gemessen. Doch der Rekord könnte schnell überholt sein.
TikTok-Trends setzen Jungs unter Druck, fragwürdige Männlichkeitsideale zu erfüllen - teils mit gefährlichen Methoden. Zwei Schüler erzählen, was das mit ihnen macht und wie ein Workshop geholfen hat.
Neueste Artikel
Großbritannien will im kommenden Jahr ein umfangreiches Social-Media-Gesetz einführen. Zu dem Verbot für Jugendliche unter 16 Jahren kommen weitere Maßnahmen für ältere Teenager hinzu.
Bei Razzien zu mutmaßlichem Drogenschmuggel in die JVA Rheinbach wurden in Wohnungen Kokain, Amphetamine und eine Pistole gefunden. Sieben Bedienstete sind suspendiert.
Weitere Artikel derselben Kategorie
Großbritannien will im kommenden Jahr ein umfangreiches Social-Media-Gesetz einführen. Zu dem Verbot für Jugendliche unter 16 Jahren kommen weitere Maßnahmen für ältere Teenager hinzu.
Bei Razzien zu mutmaßlichem Drogenschmuggel in die JVA Rheinbach wurden in Wohnungen Kokain, Amphetamine und eine Pistole gefunden. Sieben Bedienstete sind suspendiert.

