12. November 2025 / Aus aller Welt

Suche nach mutmaßlicher Großkatze in Rheinland-Pfalz läuft

Ein Jäger lichtet vom Hochsitz ein größeres katzenartiges Tier ab. Die Verbandsgemeinde nimmt die Meldung ernst - doch handelt es sich wirklich um eine Großkatze? Eine Suche soll Erkenntnisse bringen.

Im Wald bei Kalenborn wird nach einer mutmaßlichen Großkatze gesucht.

Nach der Sichtung einer mutmaßlichen Großkatze in einem Waldgebiet im nördlichen Rheinland-Pfalz läuft die Suche nach dem Tier. Ein Jäger habe am Dienstagabend vom Hochsitz in dem Wald bei Altenahr unweit der Grenze zu Nordrhein-Westfalen ein Tier entdeckt und fotografiert, das er für eine Raubkatze halte, teilte die Verbandsgemeinde Altenahr mit. Auf der Grundlage seiner Schwarz-Weiß-Aufnahmen sei die Identität des Tieres aber derzeit nicht eindeutig feststellbar.

Die Sachlage werde mit der gebotenen Sorgfalt zurzeit geprüft, teilte die Verbandsgemeinde weiter mit. Es seien Fährtensucher beauftragt worden, die weiter im Einsatz seien, hieß es am Nachmittag. Mithilfe ihrer Expertise solle anhand möglicher Spuren das gesichtete Tier genauer identifiziert werden. 

«Noch gibt es keine weiteren Erkenntnisse dazu», sagte der Sprecher der Verbandsgemeinde am Nachmittag. Der Jagdpächter sei bereits mit dem Fährtensucher im Wald unterwegs gewesen. «Es ist schwierig. Das Tier wird ja nicht da stehen und auf uns warten», sagte der Sprecher. 

Gemeinde: «Es besteht kein Grund zur Panik»

«Wir hoffen, dass wir in den nächsten Stunden beziehungsweise am nächsten morgigen Tag weitere Informationen haben, um die Lage besser einschätzen zu können», sagte der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Altenahr, Dominik Gieler, der Deutschen Presse-Agentur. Die Lage zu bewerten, sei aber schwierig. «Das Tier ist aus mehreren hundert Meter in der Nacht gesichtet worden. Man kann erahnen, dass es sich gegebenenfalls um eine Wildkatze handelt. Allerdings ist schwer einzuschätzen, wie groß sie ist und um welche Gattung es sich handelt.» Man verspreche sich erst einmal von der Fährtensuche etwas, so Gieler.

«Wir nehmen die Meldung des Jägers ernst und informieren Sie transparent. Es besteht kein Grund zur Panik», hatte Gieler zuvor der Bevölkerung mitgeteilt. Waldbesucher sollten beim Betreten der Waldgebiete vorsorglich besonders aufmerksam sein. «Spekulationen sind nicht hilfreich. Wir werden die Öffentlichkeit umgehend weiter informieren, sobald gesicherte Erkenntnisse vorliegen», sagte er. Die Sichtung erfolgte in einem Waldstück bei Kalenborn an der Grenze zum Rhein-Sieg-Kreis in Nordrhein-Westfalen. 

Man habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, ob man die Bevölkerung nach dieser Sichtung des Jägers informieren solle, sagte der Sprecher der Verbandsgemeinde. «Wir kennen die Fälle auch: Der vermeintliche Löwe bei Berlin, der sich nachher als Wildsau entpuppt hat.»

Der Fall in Kleinmachnow südlich der Hauptstadt hatte 2023 für Aufsehen gesorgt. Ähnlich verlief die Sichtung einer vermeintlichen Großkatze im sächsischen Braunsbedra im Juni, die sich später als deutlich kleiner herausstellte.

Keine Aufregung vor Ort spürbar

Dann habe der Bürgermeister aber entschieden: «Dieses Risiko müssen wir eingehen.» Man könne es anhand der Bilder nicht einschätzen. «Wir wissen nicht, ob es denn ein gefährliches Tier oder ein ungefährliches Tier ist», sagte der Sprecher. In der dortigen Eifel ist die europäische Wildkatze heimisch, die scheu und nicht gefährlich ist. 

Aufregung vor Ort sei nicht zu spüren. «Es sind keine Schaulustigen unterwegs. Auch ist keine vermehrte Spaziergangaktivität in dem Waldstück zu erkennen.» Es gebe in der Region viele Wälder. «Wildtiere sind hier normal», sagte er. 

Die Ordnungsbehörde der Verbandsgemeinde Altenahr stehe im Austausch mit der Polizeiinspektion Bad Neuenahr-Ahrweiler, weiteren zuständigen Stellen des Kreises Ahrweiler und den Kommunen des benachbarten Rhein-Sieg-Kreises.

Die Verbandsgemeinde Altenahr rät: Waldbesucher sollten auf den Wegen bleiben und ihre Hunde anleinen. Und wenn man ein ungewöhnliches Tier sichte, solle man sich diesem keinesfalls nähern und es fotografieren, hieß es.


Bildnachweis: © Thomas Frey/dpa
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