9. Mai 2026 / Aus aller Welt

Mount Everest: Rekordzahl an Kletterzulassungen

Möglicher Rekordandrang am Everest: Engpässe und Staus drohen, während Nepal Millionen einnimmt. Auch ein Eisblock hält die Bergsteiger nicht auf.

Ein Bergsteiger klettert zum Everest-Basislager ab. (Foto Archiv)
Veröffentlicht am 9. Mai 2026 um 00:07 Uhr

Nepal hat nach Behördenangaben so viele Genehmigungen wie nie zuvor für die Besteigung des Mount Everest in der Frühjahrssaison erteilt. Bis zum Freitag wurden nach Angaben des Tourismus- und Kulturministeriums in Kathmandu 492 Zulassungen für Kletterer aus 55 Ländern ausgegeben, die den Everest-Gipfel erklimmen wollen. Der Sprecher der Tourismusabteilung, Himal Gautam, sprach von einem historischen Moment. 

Die vorige Rekordzahl lag demnach bei 478 und stammte aus dem Jahr 2023. Im vergangenen Jahr gab es 468 Zulassungen für die Besteigung des 8.849 Meter höchsten Bergs der Erde. Trotz der Gen-Z-Proteste in Nepal und des Kriegs im Nahen Osten sei eine Rekordzahl an Genehmigungen an Kletterer für die diesjährige Hauptsaison erteilt worden, sagte Gautam.

Unruhen im September

Im vergangenen September war es in dem Himalaya-Land zu schweren Unruhen gekommen. Eine Sperrung von Social-Media-Plattformen hatte Zehntausende, meist junge Menschen der Generation Z, auf die Straße getrieben. Der damalige Regierungschef trat zurück, das Parlament wurde aufgelöst. Inzwischen hat das Land nach Wahlen eine neue Regierung.

Aufstieg von chinesischer Seite geschlossen

Als weiterer Grund für die Rekordzahl ist nach Berichten nepalesischer Medien auch der Umstand, dass China den Aufstieg zum Everest von der tibetischen Seite geschlossen hat. Amtlichen Angaben in Nepal zufolge kommen diesmal die meisten Anmeldungen aus China, gefolgt von Kletterern aus den USA und Indien.

Nepal spülten die Genehmigungen den Angaben zufolge bisher mehr als 7,1 Millionen US-Dollar (etwa 6 Millionen Euro) in die Kasse. Die Zulassungsgebühren und andere Ausgaben sind für Nepal eine wichtige Einnahmequelle. Nepal hatte im vergangenen Jahr die Gebühren von 11.000 auf 15.000 US-Dollar für die Besteigung über die Südroute zum Everest-Gipfel erhöht. In Nepal befinden sich 8 der 14 Achttausender der Welt, darunter den Everest, und ist damit ein globales Zentrum für Höhenbergsteigen.

Verzögerungen durch riesigen Eisblock

Die diesjährige Klettersaison für den Everest begann mit erheblichen Verzögerungen. Die Route zum Gipfel war von einem Sérac - ein aufgetürmter Eisblock - im Khumbu-Eisbruch versperrt. Es bestand die Gefahr eines Einsturzes in dem ohnehin besonders kritischen Gletschergebiet. Laut Gautam gelang es jedoch bis zum Freitagabend (Ortszeit) Spezialisten, darunter Sherpa-Bergsteigern, die Aufstiegsroute bis zum Camp 4 auf 7.906 Meter Höhe zu öffnen. Die Fixseile seien verlegt worden, sagte Gautam.

Die Route zum Lager 2 ist normalerweise ab Mitte April geöffnet, Bergsteiger können sich durch wiederholte Lagerwechsel vor den Gipfelversuchen akklimatisieren. Erste Gipfelbesteigungen gelingen üblicherweise Anfang Mai. Wegen der Hindernisse in diesem Jahr wird befürchtet, dass es durch einen extremen Ansturm zu Staus auf der Strecke kommen kann.


Bildnachweis: © Pasang Rinzee Sherpa/AP/dpa
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

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