Eine Frau hat ihr Baby in einem Auto auf dem Standstreifen einer Autobahn in der Nähe von Hamburg zur Welt gebracht. Rettungskräfte seien am Mittwochabend «zu einem besonderen Einsatz» auf der A23 gerufen worden, sagte ein Sprecher der Freiwilligen Feuerwehr. Das Auto parkte demnach in der Nähe der Anschlussstelle Halstenbek-Krupunder im Kreis Pinneberg in Schleswig-Holstein. Als die Feuerwehr eintraf, waren dem Sprecher zufolge Rettungsdienst und Polizei bereits vor Ort. «Wir waren eine bis zwei Minuten nach der Geburt da und haben mit den großen Feuerwehrautos den Standstreifen abgesperrt», sagte der Sprecher der Deutschen Presse-Agentur. Rund 24 Feuerwehrleute sicherten demnach das geparkte Auto ab und unterstützten den Rettungsdienst bei der Versorgung von Mutter und Neugeborenem auf der Autobahn. Sie seien etwa eine Stunde im Einsatz gewesen. Anschließend wurden Mutter und Kind in ein Krankenhaus gebracht. Dem Sprecher zufolge war es für die Feuerwehr «ein außergewöhnlicher und zugleich sehr schöner Einsatz, der den Beteiligten sicher noch lange in Erinnerung bleiben wird». Der Fall bei Halstenbek ist kein Einzelfall im nördlichsten Bundesland. Die Zahl der Geburten im Auto oder Rettungswagen nehme in Schleswig-Holstein immer mehr zu, «weil die Wege immer weiter und die Krankenhäuser weniger werden», sagte Anke Bertram, Vorsitzende des Hebammenverbandes Schleswig-Holstein, der Deutschen Presse-Agentur. Zwar habe es schon immer Situationen gegeben, in denen Babys zum Beispiel vor dem Krankenhaus im Auto geboren wurden – sie selbst habe unter anderem schon eine Geburt im Fahrstuhl erlebt. «Aber die Zwischenfälle, die aufgrund der Zentralisierung der Kliniken passieren, häufen sich und kommen nicht an die Öffentlichkeit», meinte sie. «Es macht mich so wütend.» Laut Bertram gibt es keine Statistik zu Autogeburten. «Einzelschicksale werden nicht angeguckt und nicht statistisch erfasst und evaluiert. Wir haben keine Meldestelle für diese Fälle», sagte sie. Ein Polizeisprecher in Kiel bestätigte, dass Geburten im Auto oder Rettungswagen nicht gesondert erfasst würden. Der Hebammenverband kritisierte, dass es aufgrund der fehlenden Daten keine Bemühungen gäbe, um die Vorfälle einzudämmen. Von den Autogeburten erfahre die Hebamme meist nur von Kolleginnen, nicht von den Krankenhäusern, in welche die Mütter und Neugeborenen kommen. Die Eltern sind laut Bertram nach solchen Geburten unterwegs häufig traumatisiert und reden nicht darüber. Erst zu Beginn des Jahres hatte eine Frau aus Schleswig-Holstein ihre Tochter in Hamburg in einem Auto zur Welt gebracht. Mit Hilfe der Rettungsleitstelle, die während der Geburt telefonisch Anweisungen gab, wurde das Baby sicher geboren.Verband: Geburten im Auto im Norden nehmen zu
Autogeburten nicht statistisch erfasst
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Mutter bringt Baby auf Standstreifen von Autobahn zur Welt
Dieses Baby hatte es eilig: Auf der A23 in der Nähe von Hamburg wird ein Kind geboren. Die Feuerwehr spricht von einem sehr schönen Einsatz. Hebammen warnen dagegen vor einer Zunahme von Autogeburten.
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