26. Juni 2026 / Aus aller Welt

Mutter soll Baby getötet haben - 32-Jährige in Haft

Überraschende Wende nach dem Fund eines toten Säuglings in Renningen: Die Mutter ist verhaftet worden. Neue Ermittlungsergebnisse erhärten den Verdacht gegen die 32-Jährige.

Nach dem Jungen war stundenlang gesucht worden. (Archivbild)
Veröffentlicht am 26. Juni 2026 um 14:54 Uhr

Nach dem Fund einer Babyleiche in Renningen bei Stuttgart ist die Mutter des Kindes verhaftet worden. Die 32-Jährige wird verdächtigt, ihren drei Monate alten Jungen getötet zu haben, wie die Polizei mitteilte. Neue Ergebnisse der gerichtsmedizinischen Untersuchung hätten diesen Verdacht bekräftigt. Gegen die Frau sei Haftbefehl wegen Totschlags erlassen worden.

Der Deutschen war zuvor bereits vorgeworfen worden, ihr Kind selbst abgelegt und eine Entführung lediglich vorgetäuscht zu haben. Nun erweiterten Polizei und Staatsanwaltschaft diesen Verdacht. Unklar ist weiter, ob sich die Frau zu den Vorwürfen äußert.

Keine Hinweise auf Entführung

Das tote Kind war am Freitag nach einer stundenlangen Suchaktion mehrere Hundert Meter vom Wohnhaus der Mutter entfernt entdeckt worden. Die Mutter hatte ausgesagt, ihr Baby sei am späten Abend zuvor in einem unbeaufsichtigten Moment aus seinem Kinderwagen verschwunden. 

«Im Zuge der bisherigen Ermittlungen konnten keinerlei Hinweise auf eine Entführung des Säuglings erlangt werden», teilte die Polizei am Mittwoch mit. Auch während der Suche und nach dem Fund hatte sich die Polizei stets gegen den Begriff gewehrt.

Baby zweifelsfrei identifiziert

Tagelang war zudem unklar, ob es sich bei dem gefundenen toten Säugling um den vermissten drei Monate alten Jungen handelt. Dies sei jetzt aber zweifelsfrei geklärt, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Das Baby wurde demnach durch einen DNA-Abgleich identifiziert, hieß es.

Zumindest offiziell unklar bleibt allerdings trotz der Obduktion von Dienstag, wie der Junge starb. «Die Ermittlungen von Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei dauern an», teilten die Ermittler mit. Polizei und Staatsanwaltschaft machen bislang auch keine Angaben zur Rolle des Vaters des Kindes. Die Vermisstenanzeige am Donnerstag vergangener Woche hatten die Eltern kurz vor Mitternacht gestellt.

Große Suche nach dem Kind

Bei der Suche nach dem Säugling setzte die Polizei neben 50 Beamten, 40 Suchhunden des Deutschen Roten Kreuzes, Hubschraubern und Drohnen mit Wärmebildkameras auch Leichenspürhunde ein. Kräfte von Rettungsdiensten wie dem DRK versammelten sich am Morgen zudem auf einem Parkplatz bei einem Lebensmittelmarkt, um zu unterstützen. Auch die Bereitschaftspolizei war mit im Einsatz.

Die rund 18.000 Einwohner zählende Stadt Renningen liegt westlich von Stuttgart und ist rund 25 Kilometer von der Landeshauptstadt entfernt.


Bildnachweis: © Enrique Kaczor/dpa
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