15. April 2026 / Aus aller Welt

Nach Erdrutsch auf Sizilien: Politiker und Beamte im Visier

Häuser am Abgrund, Straßen abgerissen: Nach dem Erdrutsch auf Sizilien stehen jetzt Politiker im Visier. Warum wurde der Schutz in Niscemi nicht verbessert, obwohl das Risiko lange Zeit bekannt war?

Der Erdrutsch hatte Ende Januar die 25.000-Einwohner-Stadt Niscemi im Süden Siziliens getroffen. (Archivfoto)
Veröffentlicht am 15. April 2026 um 13:34 Uhr

Nach dem schweren Erdrutsch in Niscemi auf Sizilien Anfang des Jahres hat die Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen mehrere hochrangige Politiker und Beamte aufgenommen. Unter den insgesamt 13 Personen sind auch der amtierende Präsident der italienischen Mittelmeerinsel sowie drei frühere Regionalchefs Siziliens, wie die Nachrichtenagentur Ansa meldete. Ihnen wird fahrlässige Verursachung einer Katastrophe vorgeworfen.

Der Erdrutsch hatte Ende Januar die 25.000-Einwohner-Stadt Niscemi im Süden Siziliens betroffen. Nach starken Regenfällen geriet ein mehrere Kilometer langer Hang ins Rutschen, etwa 1.500 Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Die Bilder aus Niscemi von Wohnhäusern am Abgrund, abgerissenen Straßen und lose heraushängenden Leitungen gingen damals um die Welt.

Nach Angaben der Behörden bestand in dem betroffenen Gebiet seit Jahrzehnten ein bekanntes Risiko. Bereits 1997 hatte es dort einen ähnlichen Erdrutsch gegeben. Dennoch seien wichtige Schutzmaßnahmen unzureichend umgesetzt oder ganz unterlassen worden. Im Fokus der Ermittlungen steht nach Angaben von Ansa insbesondere, warum geplante Sicherungsarbeiten des Gebiets nach einem Vertragsstreit im Jahr 2010 nicht weitergeführt wurden.


Bildnachweis: © Stefano Gattordo/LaPresse/AP/dpa
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Aktuelle Blitzer im Kreis Heidenheim
Blitzer

Täglich aktualisierte Blitzermeldungen für Heidenheim und Umgebung

weiterlesen...
Leiche in Brenz aufgefunden / Am Donnerstag fand ein Zeuge in Heidenheim einen t...
Polizeimeldung

Ulm (ots) - Gegen 12:35 Uhr fand ein Zeuge den Toten in der Brenz im Bereich der Paul-Hartmann-Straße. Polizei und...

weiterlesen...
Heimliches Filmen: Braucht es ein Verbot von Smart Glasses?
Aus aller Welt

Mit Smart Glasses ist es noch unauffälliger als mit dem Handy, fremde Menschen in der Öffentlichkeit heimlich zu filmen. Wie groß ist das Problem, wie wird dagegen vorgegangen und was bringen Verbote?

weiterlesen...

Neueste Artikel

Cybergrooming: Ermittler warnen vor Massenphänomen im Netz
Aus aller Welt

Sie haben sexuelle Absichten und knüpfen Kontakte über Chats und Gaming-Plattformen: Wie Täter im Netz vorgehen, welche Hürden bei der Strafverfolgung bestehen und welche Maßnahmen Ermittler fordern.

weiterlesen...
Touristen-Golfcarts verstopfen Roms Zentrum – Ärger wächst
Aus aller Welt

Zahllose Golfcarts kutschieren Touristen durch Roms Zentrum - und sorgen für noch mehr Verkehrschaos in der ohnehin überlasteten Innenstadt. Der Ärger wächst. Nun wird um klare Regelungen gerungen.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Cybergrooming: Ermittler warnen vor Massenphänomen im Netz
Aus aller Welt

Sie haben sexuelle Absichten und knüpfen Kontakte über Chats und Gaming-Plattformen: Wie Täter im Netz vorgehen, welche Hürden bei der Strafverfolgung bestehen und welche Maßnahmen Ermittler fordern.

weiterlesen...
Touristen-Golfcarts verstopfen Roms Zentrum – Ärger wächst
Aus aller Welt

Zahllose Golfcarts kutschieren Touristen durch Roms Zentrum - und sorgen für noch mehr Verkehrschaos in der ohnehin überlasteten Innenstadt. Der Ärger wächst. Nun wird um klare Regelungen gerungen.

weiterlesen...