Eine Gruppe junger Männer ist nachts in ein Freibad in Niederbayern eingestiegen - ein 20-Jähriger erlitt dort einen schweren Unfall und starb im Krankenhaus an den Folgen. Die fünf Männer im Alter von 19 bis 24 Jahren kletterten laut einem Polizeisprecher am Sonntag gegen 4.00 Uhr morgens über den Zaun des Freibads in Hohenthann nahe Landshut. Den Beamten sei mitgeteilt worden, dass sich eine Gruppe junger Menschen im Bad aufhalte. Vermutlich beim Sprung in das Becken habe sich der 20-Jährige schwer verletzt, hieß es von der Polizei. Er sei nach notärztlicher Versorgung in eine Klinik gebracht worden, wo er einige Stunden später starb. Es sei von einem tragischen Unglücksfall auszugehen, teilte die Polizei mit. Alkoholeinfluss könnte bei der Aktion «möglicherweise auch eine Rolle spielen», sagte der Sprecher. Nähere Angaben dazu machte er nicht. Es werde wegen eines möglichen Hausfriedensbruchs ermittelt. Im Vordergrund stünden aber die Ermittlungen zur Todesursache. Das Freibad blieb laut Gemeinde nach dem Unfall am Sonntag geschlossen und wurde erst am Montag wieder geöffnet. «Alle, die den Verstorbenen gekannt haben, sind tief betroffen», sagte die Bürgermeisterin von Hohenthann, Andrea Weiß. Es komme ab und an vor, dass nächtliche Besucher das Freibad aufsuchten. «Aber es gab noch keine Vorfälle.» Der Chef des bayerischen Landesverbands der Schwimmmeister, Ralf Großmann, sagte der Deutschen Presse-Agentur, der Fall zeige, «welche erheblichen Gefahren nächtliche Aufenthalte in geschlossenen Freibädern mit sich bringen». Es gebe keine Badeaufsicht und damit im Ernstfall niemanden, der sofort eingreifen könne. «Kommt es zu einem Sprungunfall, einer Bewusstlosigkeit oder einem anderen medizinischen Notfall, entscheiden oft wenige Minuten darüber, ob ein Mensch gerettet werden kann», sagte Großmann. Gerade in Tropennächten würden diese Gefahren häufig unterschätzt, sagte Großmann. «Müdigkeit, Alkohol, Gruppendynamik oder Selbstüberschätzung können dazu führen, dass gefährliche Entscheidungen getroffen werden.» Dass Freibäder auch bei hohen Temperaturen nachts geschlossen bleiben, diene «in erster Linie dem Schutz von Menschenleben», betonte Großmann. «Mein Appell lautet deshalb: Ein nächtlicher Ausflug ins Freibad mag harmlos oder aufregend erscheinen. Im Ernstfall ist jedoch niemand vor Ort, der sofort helfen kann. Dieses Risiko sollte niemand eingehen.»Ermittlungen zur Todesursache stehen im Vordergrund
Schwimmmeisterverband: «Das Risiko sollte niemand eingehen»
Bildnachweis: © Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Nachts im Freibad: 20-Jähriger verletzt sich und stirbt
Fünf junge Männer steigen nachts über den Zaun eines Freibads im Landkreis Landshut. Für einen jungen Mann endet die Aktion tödlich. Alkohol könnte eine Rolle gespielt haben.
Meistgelesene Artikel
- 14. Juli 2026
Aktuelle Blitzer im Kreis Heidenheim
Täglich aktualisierte Blitzermeldungen für Heidenheim und Umgebung
- 26. Juni 2026
Temperaturrekord in Deutschland - 41,3 Grad gemessen
Ein Höhepunkt der Hitzewelle ist erreicht: Der Wetterdienst hat vorläufig die bisher höchste Temperatur in Deutschland gemessen. Doch der Rekord könnte schnell überholt sein.
TikTok-Trends setzen Jungs unter Druck, fragwürdige Männlichkeitsideale zu erfüllen - teils mit gefährlichen Methoden. Zwei Schüler erzählen, was das mit ihnen macht und wie ein Workshop geholfen hat.
Neueste Artikel
- 14. Juli 2026
DWD erwartet kräftige Gewitter mit Unwettergefahr
In der Mitte und im Süden Deutschlands steigt die Gefahr von Unwettern mit Starkregen, Hagel und Sturmböen. Was die Meteorologen am Dienstag erwarten.
- 14. Juli 2026
Aktuelle Blitzer im Kreis Heidenheim
Täglich aktualisierte Blitzermeldungen für Heidenheim und Umgebung
Weitere Artikel derselben Kategorie
- 14. Juli 2026
DWD erwartet kräftige Gewitter mit Unwettergefahr
In der Mitte und im Süden Deutschlands steigt die Gefahr von Unwettern mit Starkregen, Hagel und Sturmböen. Was die Meteorologen am Dienstag erwarten.
- 13. Juli 2026
Deutscher stirbt bei Absturz mit Gleitschirm am Gardasee
Erst am Wochenende zwei tödliche Unfälle - nun schon wieder: Nach dem Start verliert ein 61 Jahre alter Urlauber in Italien die Kontrolle über sein Fluggerät. Alle Hilfe kommt zu spät.

