Sieben Stunden täglich am Handy – für viele Teenager ist das längst Alltag. Ab sofort können Jugendliche und ihre Eltern eine neue App ausprobieren, die zu einem bewussteren Umgang mit TikTok, Instagram und dem Smartphone generell anregen soll. Das Präventionsprogramm mit dem Namen freii setzt auf eine 21-Tage-Challenge mit kurzen täglichen Aufgaben. Nutzen konnten Interessierte es bereits seit Herbst 2025 als Webversion, nun kann es als kostenlose App auf dem Handy durchlaufen werden. Jedes vierte Kind in Deutschland habe einer Studie zufolge ein riskantes Medienverhalten, sagte der Beauftragte der Bundesregierung für Sucht- und Drogenfragen, Hendrik Streeck (CDU), bei der Vorstellung der App in Berlin. «Man kann es nicht an der Länge der Zeit der Nutzung festmachen, sondern daran, was im echten Leben vernachlässigt wird und nicht mehr gemacht wird.» Kinder und Jugendliche würden weniger mit Freunden spielen, seltener mit den Eltern essen, zu wenig schlafen. «Das führt zu Konzentrationsstörungen, das führt zu psychischen Problemen und am Ende auch zu Schlafstörungen und sogar vielleicht Depressionen oder ähnliches.» Die App regt die Nutzerinnen und Nutzer deshalb gezielt dazu an, offline Zeit mit Freunden oder in der Natur zu verbringen. Bei einer der Challenges sollen die Kinder das Handy zum Beispiel für mehrere Stunden wegschließen. Der Kabarettist und Mediziner Eckart von Hirschhausen unterstützt das Projekt. Auch von ihm gibt es kleine Erklärvideos speziell für Eltern. Denn nicht nur junge Menschen, auch viele Erwachsene verbrächten viel zu viel Zeit am Handy, sagte er. «Wir haben eine Gesellschaft, die dringend darauf angewiesen ist, wieder zu wissen, wie echtes Miteinander funktioniert.» Die App soll stetig weiterentwickelt und mit neuen Inhalten ergänzt werden. Das Angebot richtet sich konkret auch an Schulen, an denen das Programm durch Workshops von einer geschulten Person begleitet werden kann. Entwickelt wurde die App von Expertinnen und Experten der Villa Schöpflin in Lörrach, einem Zentrum für Suchtprävention. freii sei kein therapeutisches Angebot, aber ein gutes Präventionsmittel, sagte Peter Eichin, Geschäftsführung der Villa Schöpflin.Freizeit, Familie und Freunde werden vernachlässigt
Jugendliche sollen Handy wegsperren
Angebote für Schulen
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Neue App gegen Onlinesucht ab sofort verfügbar
Mit täglichen Aufgaben und einer 21-Tage-Challenge will eine neue App Jugendliche zu weniger Handykonsum motivieren. Auch für Eltern ist das interessant.
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