15. April 2026 / Aus aller Welt

Neue Wal-Rettungspläne – was wir wissen und was nicht

Ein Buckelwal strandet vor Wismar. Mehrere Rettungsversuche scheiterten. In Kürze soll ein neuer Anlauf beginnen. Was bislang bekannt ist - und was nicht.

Der Wal liegt seit Tagen vor der Insel Poel. (Archivbild)
Veröffentlicht am 15. April 2026 um 18:05 Uhr

Seit Wochen bewegt das Schicksal des vor Wismar gestrandeten Buckelwals viele Menschen. Seit dem 31. März liegt der Buckelwal in etwa 1,50 Meter Wassertiefe vor Poel. Eine private Initiative will das Tier bergen. Bereits in Kürze sollen konkrete Schritte folgen.

Was wir wissen:

  • Das Konzept sieht nach Angaben von Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) eine Bergung des lebenden Tieres und einen Transport in die Nordsee und gegebenenfalls bis in den Atlantik vor. 
  • Am Mittwoch um 12.00 Uhr ist nach Angaben von Backhaus die Entscheidung gefallen, einen privaten Rettungsversuch zu genehmigen. 
  • Geplant und finanziert wird das Vorhaben den Angaben zufolge von den Unternehmern Karin Walter-Mommert und Walter Gunz. Gunz ist als Mediamarkt-Gründer bekannt, Walter-Mommert aus dem Pferdesport. 
  • Backhaus sagte, die alleinige Verantwortung liege bei den Unternehmern. 
  • Am Vorabend wurde laut Backhaus das Konzept vorgelegt. Dieses sei von den Behörden geprüft worden. Am Morgen seien noch einmal Nachbesserungen erfolgt. 
  • Zuvor hatte Backhaus mehrfach erklärt, es sei das Beste, den gestrandeten Wal in Ruhe sterben zu lassen.
  • Noch am Nachmittag sollten Taucher ins Wasser gehen, um Kontakt zu dem Tier aufzunehmen und es zu beruhigen. Es gehe um «tierwohlstützende und leidlindernde Maßnahmen», sagte Backhaus. 
  • Geplant ist laut Backhaus, am Donnerstag Luftkissen unter das Tier zu bringen und es schonend anzuheben. Dazu soll Schlick unter ihm weggespült werden. Der Wal solle dann auf einer Plane zwischen zwei Pontons gelagert und transportiert werden. Gehe alles gut, könne der Transport aus der Region am Freitag beginnen, sagte Backhaus. Ein Schlepper soll die beiden Pontons bis in die Nordsee und den Atlantik ziehen, um den Wal dort freizulassen.
  • Das Deutsche Meeresmuseum war nach eigenen Angaben nicht in das neue Konzept zur Rettung des vor der Ostseeinsel Poel gestrandeten Wals eingebunden. Am Wochenende hatte der Direktor des Deutschen Meeresmuseums, Burkard Baschek, Zweifel an einer Lebendrettung geäußert.
  • Mehrere Rettungsversuche waren zuvor gescheitert. Frühere Pläne für Rettungsaktionen waren abgelehnt worden, weil sie Fachleuten zufolge noch mehr Stress und Leid für den Wal bedeutet hätten. Die Experten empfahlen, den Wal in Ruhe sterben zu lassen. 

Was wir nicht wissen: 

  • Schwer einzuschätzen ist bislang, in welchem Gesundheitszustand der Wal derzeit ist und wie hoch seine Überlebenschancen bei einem solchen Vorhaben sind. 
  • Unklar ist bislang ebenfalls, wie lang ein solcher Transport dauern würde. 
  • Unklar ist derzeit, wie viele Kräfte an der Rettung beteiligt sind. 
  • Die Kosten des neuen Rettungsversuchs sind bislang nicht bekannt. 
  • Nach Angaben von Backhaus gingen zahlreiche Konzepte für eine Bergung ein. Wie viele es waren und wie diese genau aussehen, wissen wir bislang ebenfalls nicht. 

Bildnachweis: © Philip Dulian/dpa
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

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