19. Juli 2025 / Aus aller Welt

«Problembärin» Gaia auf Weg in Schwarzwald

Das fast 20 Jahre alte Tier hatte 2023 in Italien einen Jogger getötet. Zwischenzeitlich wurde überlegt, es zu erschießen. Jetzt bekommt es eine neue Heimat.

Im "Alternativen Wolf- und Bärenpark Schwarzwald" steht eine Bärin. Hier soll künftig auch die Bärin Gaia zuhause sein.
Veröffentlicht am 19. Juli 2025 um 23:28 Uhr

Nach monatelangen Vorbereitungen ist eine Bärin, die 2023 in Italien einen Jogger tödlich verletzt hatte, auf dem Weg nach Deutschland. Das fast 20 Jahre alte Tier mit der Bezeichnung JJ4 - auch bekannt unter dem Namen Gaia - soll künftig im Schwarzwald leben. Im «Alternativen Wolf- und Bärenpark» bei Bad Rippoldsau-Schapbach wurde dort eigens ein Gehege gebaut. Das Gelände ist umgeben von einem hohen Zaun und hat im Boden einen besonderen Schutz, damit sich die Bärin nicht durchgraben kann. 

Nach italienischen Angaben wurde Gaia bereits Mitarbeitern des deutschen Parks übergeben. Dies teilte der zuständige Landrat der Provinz Trentino in Oberitalien, Roberto Failoni, mit, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtet. Die Bärin hatte im April 2023 einen 26-jährigen Mann angefallen und getötet. Zuvor gab es schon andere Zwischenfälle. Deshalb wurde auch überlegt, sie zu erschießen. Dann wurde sie lebend gefangen. Seither war sie in einem Gehege bei Trient.

Mutter lebt schon in Park im Schwarzwald

In dem Schwarzwald-Park lebt bereits die Braunbärin Jurka, Gaias Mutter. Ihr Bruder Bruno war im Sommer 2006 der erste Bär, der nach 170 Jahren seine Tatzen auf bayerischen Boden setzte. Der «Problembär» wurde im bayerischen Rotwandgebiet abgeschossen. 

Eigentlich sind Braunbären in Europa durch verschiedene Abkommen und auch durch eine EU-Richtlinie geschützt. Nur «Problembären» dürfen gefangen und umgesiedelt - und notfalls auch erschossen werden. Dies kommt jedoch nur selten vor. In der Regel gehen Bären Menschen eher aus dem Weg. 

Mehrere Zwischenfälle im Trentino

Im Trentino - einer Urlaubsregion auch mit vielen deutschen Touristen - kommt es seit einiger Zeit jedoch immer wieder zu Begegnungen. Vor allem Muttertiere, die Angst um ihren Nachwuchs haben, reagieren aggressiv. Zudem trauen sich die Bären auf der Suche nach Nahrung immer näher an Bauernhöfe und Ortschaften heran.

Grundsätzlich empfehlen Experten, bei einer Begegnung mit Braunbären ruhig zu bleiben und sich langsam zurückzuziehen. Sie raten aber auch zu Bärenspray und geruchssicheren Behältern, damit die Tiere gar nicht erst angelockt werden.


Bildnachweis: © Philipp von Ditfurth/dpa
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