19. Mai 2026 / Aus aller Welt

Prozess in Frankreich: «Maskenmann» weist Mordvorwurf zurück

Der sogenannte Maskenmann Martin N. wurde in Deutschland bereits wegen dreifachen Kindsmordes verurteilt. Nun steht er in Frankreich erneut vor Gericht – und bestreitet die Tat am Prozessauftakt.

Der sogenannte Maskenmann hat vor Gericht in Frankreich bestritten, den kleinen Jonathan getötet zu haben.
Veröffentlicht am 19. Mai 2026 um 15:54 Uhr

Gegen den in Deutschland bereits wegen dreifachen Kindsmordes zu lebenslanger Haft verurteilten sogenannten Maskenmann hat in Frankreich ein Prozess wegen Mordes an einem kleinen Jungen begonnen. Der 55-jährige Martin N. muss sich vor Gericht im westfranzösischen Nantes wegen des Mordes an dem damals zehnjährigen Jonathan im April 2004 verantworten. 

Der Junge wurde damals aus einem Schullandheim in Saint-Brevin-les-Pins in Westfrankreich entführt. Seine Leiche wurde wenige Wochen später unbekleidet in einem Teich rund 30 Kilometer entfernt entdeckt.

In Deutschland hatte der «Maskenmann» jahrelang kleine Jungen missbraucht und drei von ihnen im Alter von 8, 9 und 13 Jahren ermordet. Zahlreiche weitere Kinder hat er missbraucht. Zwischen 1992 und 2001 schlich der Pädagoge sich in Norddeutschland nachts maskiert an die Betten seiner Opfer. 2012 wurde er vom Landgericht Stade verurteilt. Die meisten seiner Taten hatte er in seinem Prozess gestanden.

Maskenmann führte Doppelleben

Lange führte der Mann ein Doppelleben, ohne dass jemand Verdacht schöpfte. Tagsüber kümmerte er sich als Betreuer auf Ferienfreizeiten und in Heimen um seine Schützlinge. Nachts verwandelte er sich in den «Maskenmann» - so wurde er bekannt, weil er sein Gesicht bei den Verbrechen hinter einer dunklen Sturmhaube verbarg.

Zu Prozessauftakt wies der gebürtig aus Bremen stammende Martin N. den Vorwurf zurück, den kleinen Jonathan getötet zu haben. «Ich habe das nicht getan», sagte er aus, wie der Sender ICI aus dem Gerichtssaal berichtete. Der Angeklagte erklärte sich aber bereit, auf alle Fragen des Gerichts zu antworten. Der Prozess soll bis zum 5. Juni dauern.

Zeuge beobachtet deutsches Auto

Da der Fall des kleinen Jonathan Parallelen zur Tatserie des Maskenmannes in Norddeutschland aufwies, untersuchten die französischen Fahnder bereits ab 2008 auch, ob der Deutsche für die Tat in der Bretagne infrage kommen könnte. Konkrete Beweise wie DNA-Spuren etwa wurden zwar nicht gefunden. 

Ein Zeuge aber beobachtete abends einen Wagen mit deutschem Kennzeichen in der Nähe eines Teichs, der dort anscheinend etwas ausladen wollte, dann aber wegfuhr. Und 2017 berichtete ein Mitgefangener, Martin N. habe ihm gestanden, in Frankreich ein Kind getötet zu haben.


Bildnachweis: © Loic Venance/AFP/dpa
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Aktuelle Blitzer im Kreis Heidenheim
Blitzer

Täglich aktualisierte Blitzermeldungen für Heidenheim und Umgebung

weiterlesen...
Leiche in Brenz aufgefunden / Am Donnerstag fand ein Zeuge in Heidenheim einen t...
Polizeimeldung

Ulm (ots) - Gegen 12:35 Uhr fand ein Zeuge den Toten in der Brenz im Bereich der Paul-Hartmann-Straße. Polizei und...

weiterlesen...
Gerichtsantrag enthüllt Details zu gescheiterter Hinrichtung
Aus aller Welt

Christa Pike überlebte zwei Giftspritzen und befindet sich nun in kritischem Zustand. Ihre Anwälte berichten von schweren Komplikationen bei der gescheiterten Hinrichtung in Tennessee.

weiterlesen...

Neueste Artikel

Mord an Rapper Tupac Shakur: 40 Jahre Haft für Duane Davis
Aus aller Welt

Der Mord an dem Rapper Tupac Shakur schockierte 1996 die Öffentlichkeit. Erst 30 Jahre später kam es zum Prozess, nun folgt eine lange Strafe. Angehörige des Rappers finden vor Gericht Gehör.

weiterlesen...
Gefährlicher Kurs: Länder holzen viel zu viel Regenwald ab
Aus aller Welt

Bis 2030 wollten mehr als 100 Staaten die großflächige Abholzung stoppen. Trotz eines Rückgangs im vergangenen Jahr ist der Abstand zum Ziel groß. Eine Region entwickelt sich besonders kritisch.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Mord an Rapper Tupac Shakur: 40 Jahre Haft für Duane Davis
Aus aller Welt

Der Mord an dem Rapper Tupac Shakur schockierte 1996 die Öffentlichkeit. Erst 30 Jahre später kam es zum Prozess, nun folgt eine lange Strafe. Angehörige des Rappers finden vor Gericht Gehör.

weiterlesen...
Gefährlicher Kurs: Länder holzen viel zu viel Regenwald ab
Aus aller Welt

Bis 2030 wollten mehr als 100 Staaten die großflächige Abholzung stoppen. Trotz eines Rückgangs im vergangenen Jahr ist der Abstand zum Ziel groß. Eine Region entwickelt sich besonders kritisch.

weiterlesen...