17. September 2025 / Aus aller Welt

Rund 16.500 Hitzetote in Europas Städten durch Klimakrise

In europäischen Städten sind in diesem Sommer Tausende Menschen an extremer Hitze gestorben. Etwa zwei Drittel davon lassen sich auf die Folgen des Klimawandels zurückzuführen, wie eine Studie zeigt.

Insgesamt starben in den untersuchten Städten schätzungsweise 24.400 Menschen an extremer Hitze. (Symbolbild)
Veröffentlicht am 17. September 2025 um 10:31 Uhr

Extreme Hitze kann tödlich sein – und Hitzewellen werden mit dem vom Menschen verursachten Klimawandel heftiger und häufiger: Die Erderwärmung hat einer aktuellen Schätzung britischer Forscher zufolge in diesem Sommer in europäischen Städten zu rund 16.500 zusätzlichen Hitzetoten geführt. Das entspricht gut zwei Dritteln (68 Prozent) aller Hitzetoten in den 854 betrachteten Städten. Insgesamt seien dort schätzungsweise 24.400 Menschen an extremer Hitze gestorben, heißt es in einer Mitteilung des Grantham Institute des Imperial College London und der London School of Hygiene & Tropical Medicine.

Die tatsächliche Zahl dürfte aber noch höher liegen: Die Mehrheit der hitzebedingten Todesfälle werde nicht gemeldet.

Rund 1.500 Hitzetote in deutschen Städten

In Deutschland wurden 1.477 Todesfälle in den Städten gezählt, mehr Hitzetote in den Städten gab es nur in Italien (4.597) und Spanien (2.841). Das Ergebnis ist laut den Forschenden nur ein Ausschnitt aus dem Gesamtbild der Todesfälle im Zusammenhang mit extremer Hitze, da die untersuchten Städte etwa 30 Prozent der europäischen Bevölkerung abdecken.

In den Hauptstädten waren die südeuropäischen Metropolen besonders stark betroffen, die teils lange unter Extremtemperaturen litten: Die Forschenden zählten 835 zusätzliche Hitzetote in Rom, 630 in Athen, 409 in Paris, 387 in Madrid, 360 in Bukarest, 315 in London und 140 in Berlin. 

Wenige Grad können über Leben und Tod entscheiden

Die Forschenden stellten fest, dass der Klimawandel – allem voran durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe und die Abholzung von Wäldern befeuert – zu einem Temperaturanstieg von durchschnittlich 2,2 Grad Celsius, in einzelnen Fällen um bis zu 3,6 Grad Celsius in den untersuchten Städten führte.

Das Team kombinierte in seinen Berechnungen die klimabedingten Temperaturveränderungen mit epidemiologischen Daten dazu, bei welchen Temperaturen das Sterberisiko wie stark zunimmt.

«Es mag nicht viel klingen, aber unsere Studie zeigt, dass schon Verschiebungen der Sommerhitze um nur wenige Grad für Tausende Menschen über Leben und Tod entscheiden können», sagt Clair Barnes vom Imperial College London. 

Ältere Menschen besonders gefährdet

Vor allem für die schnell alternde Bevölkerung Europas stelle Hitze eine zunehmende Bedrohung dar, warnen die Forscher. Menschen über 65 Jahren machten etwa 85 Prozent aller hitzebedingten Todesfälle aus. Europa sei der sich am schnellsten erwärmende Kontinent und werde weiterhin immer heißere Sommer erleben, bis fossile Brennstoffe durch erneuerbare Energien ersetzt werden. Die Forscher warnen, dass dies das Leben älterer Menschen gefährden und die Gesundheitssysteme belasten werde.


Bildnachweis: © Manu Fernandez/AP/dpa
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