6. Januar 2026 / Aus aller Welt

Stress und Angst - zahlreiche Hunde zu Silvester entlaufen

Silvesterfeuerwerk sorgt bei vielen Haustieren für Panik. Die Tierschutzorganisation Tasso zählte zum Jahreswechsel bundesweit 376 entlaufene Hunde – deutlich mehr als an gewöhnlichen Tagen.

Knallgeräusche und Lichtblitze durch Feuerwerkskörper versetzen viele Haustiere in Stress und Angst. (Symbolbild)
Veröffentlicht am 6. Januar 2026 um 03:00 Uhr

Viele Haustiere reagieren mit Stress und Angst auf die Böllerei zum Jahreswechsel - und manche von ihnen rennen in Panik davon. Allein die Tierschutzorganisation Tasso e.V. zählte an den beiden Jahreswechseltagen Silvester und 1. Januar deutschlandweit 376 entlaufene Hunde, ähnlich wie in den Vorjahren, gut zweieinhalbmal so hoch wie üblicherweise, wie eine Sprecherin auf Anfrage mitteilte. 

Die Organisation betreibt nach eigenen Angaben Europas größtes kostenloses Haustierregister und plädiert seit Jahren für ein böllerfreies Silvester. Im Schnitt zählte die Organisation im vergangenen Jahr pro Tag bundesweit 72 entlaufene Hunde, im Gesamtjahr waren es 26.400 Vierbeiner.

Auch viele Katzen erleben angstvolle Stunden

Die Organisation zählte zudem deutschlandweit 507 entlaufene Katzen, wie eine Sprecherin auf Anfrage mitteilte. Das seien rechnerisch nicht mehr als an einem durchschnittlichen Tag. Die Sprecherin führte das unter anderem darauf zurück, dass Katzen oft erst einige Tage später vermisst gemeldet würden und sich die Tiere häufig versteckten und einige Tage später zurückkehrten.

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr mehr als 93.500 entlaufende Katzen gezählt - die Organisation geht aber von einer größeren Dunkelziffer aus, weil längst nicht alle Tiere registriert sind. Zudem behielten viele Katzenbesitzer ihre Tiere über den Jahreswechsel im Haus, um ein Verschwinden zu verhindern. Das bedeute jedoch nicht, dass nicht auch Katzen angstvolle Stunden erlebten, vor Panik nicht fressen könnten und sich zitternd in der Wohnung versteckten.

Nicht alle Tierhalter nehmen Risiko ernst

Das Thema entlaufene Tiere durch Silvesterfeuerwerk habe schon eine starke Aufmerksamkeit erhalten in den vergangenen Jahren, erklärte die Sprecherin. Viele verantwortungsvolle Tierhalter und Tierhalterinnen seien gut vorbereitet und gäben gut auf ihre Vierbeiner acht. Es gebe aber auch Menschen, die das Thema weniger ernst nähmen und dann überrascht seien, wenn die Tiere davonlaufen. 

Auch bisher weniger ängstliche Vierbeiner können erschrecken

Zudem würden manche Tiere, die bislang nie auf Böller reagierten, sich dann doch erschrecken und etwa aus dem Halsband winden. Gelegentlich komme es auch zu einer Verkettung unglücklicher Umstände - etwa wenn beim Aussteigen aus dem Auto die Sicherung schon gelöst, aber ein Hund noch nicht angeleint ist oder Besucher die Haustür beim Hereinkommen offen stehen lassen.

Tasso registriert Tiere mit Mikrochip oder Tätowierung. Wer entlaufene Hunde und Katzen findet, kann sich über einen Notruf bei der Organisation melden.


Bildnachweis: © Roland Weihrauch/dpa/dpa-tmn
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