5. August 2025 / Aus aller Welt

Tiergarten-Direktor erhält nach Pavian-Tötung Morddrohungen

Der Protest gegen die Tötung von gesunden Affen aus Platzgründen ist und bleibt groß. Nun erhält der Leiter des Nürnberger Tiergartens auch Morddrohungen.

Der Direktor des Nürnberger Tiergartens, Dag Encke, hat nach der Tötung von Pavianen Morddrohungen erhalten. Rechts neben ihm sitzt sein Stellvertreter Jörg Beckmann. (Archivbild)
Veröffentlicht am 5. August 2025 um 12:04 Uhr

Der Direktor des Nürnberger Tiergartens hat nach der Tötung von Pavianen aus Platzgründen Morddrohungen erhalten. Zehn der Drohungen gegen Direktor Dag Encke seien konkret und zur Anzeige gebracht worden, teilte der Tiergarten mit. Über die sozialen Medien habe es zudem dutzendfach weitere unspezifische Morddrohungen gegeben. Auch per Brief und Mail seien Drohungen eingegangen. Zuvor hatten mehrere Medien berichtet.

Die Drohungen richteten sich zum Teil auch gegen den stellvertretenden Direktor Jörg Beckmann und Beschäftigte des Tiergartens allgemein. Die Direktion versuche, die Belegschaft möglichst vor diesen Drohungen abzuschirmen. Alle konkreten Drohungen würden angezeigt. 

Polizei prüft 170 Zuschriften

Das Polizeipräsidium Mittelfranken prüft laut einer Sprecherin derzeit rund 170 Zuschriften aus dem ganzen Bundesgebiet auf strafrechtlich relevante Inhalte. Diese seien per Post, E-Mail oder über Social Media bei der Polizei eingegangen und liefe alle im Nürnberger Präsidium zusammen. 

Der Tiergarten hatte in der vorigen Woche zwölf Paviane aus Platzgründen getötet. Demnach war das Gehege seit langem überfüllt und eine tierschutzkonforme Haltung nicht mehr möglich. Eine Abgabe der überzähligen Tiere sei nicht möglich gewesen, auch Verhütungsmaßnahmen bei den Weibchen hätten in der Vergangenheit nicht den gewünschten Erfolg gebracht.

Tierschutzaktivisten kritisierten den Tiergarten daraufhin scharf und kündigten Strafanzeigen an. Am Montag errichteten Aktivisten ein Protestcamp in der Nähe des Tiergartens. Sie wollen in dieser Woche mehrfach vor dem Tiergarten demonstrieren und fordern, dass keine weiteren Affen getötet werden dürfen. Zudem solle die Zucht eingestellt werden. Der Tiergarten teilte dazu mit: «Jeder Protest, der friedlich bleibt, ist für uns in Ordnung.»

350 Anzeigen wegen Tötung der Paviane

Bei der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth sind mittlerweile rund 350 Anzeigen wegen der Tötung der Paviane eingegangen. Die Behörde prüft laut einer Sprecherin in erster Linie, ob im Sinne des Paragrafen 17 des Tierschutzgesetzes ein vernünftiger Grund für die Tötung der Tiere vorlag.


Bildnachweis: © Daniel Karmann/dpa
Copyright 2025, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Aktuelle Blitzer im Kreis Heidenheim
Blitzer

Täglich aktualisierte Blitzermeldungen für Heidenheim und Umgebung

weiterlesen...
Temperaturrekord in Deutschland - 41,3 Grad gemessen
Aus aller Welt

Ein Höhepunkt der Hitzewelle ist erreicht: Der Wetterdienst hat vorläufig die bisher höchste Temperatur in Deutschland gemessen. Doch der Rekord könnte schnell überholt sein.

weiterlesen...
11 Stunden im Zug - So läuft es nach der Bahn-Störung
Aus aller Welt

Fahrgäste sind Ärger mit der Deutschen Bahn gewohnt. Doch am Dienstagabend ging zwei Stunden lang gar nichts - deutschlandweit. Wie läuft es für Reisende am Morgen danach?

weiterlesen...

Neueste Artikel

Fahrgast nach Attacke auf Bahnmitarbeiter auf freiem Fuß
Aus aller Welt

Nach einem Streit stürzt ein Bahnmitarbeiter aus einem Zug und wird schwerst verletzt. Gegen einen Fahrgast wird Haftbefehl beantragt - vergeblich. Dabei war der Mann kein unbeschriebenes Blatt.

weiterlesen...
Indiens erste private entwickelte Trägerrakete gestartet
Aus aller Welt

Mit der Vikram-1 betritt Indien als drittes Land die Bühne privater Starts von Trägerraketen. Was macht die Rakete und ihre Mission «Aagman» so besonders?

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Fahrgast nach Attacke auf Bahnmitarbeiter auf freiem Fuß
Aus aller Welt

Nach einem Streit stürzt ein Bahnmitarbeiter aus einem Zug und wird schwerst verletzt. Gegen einen Fahrgast wird Haftbefehl beantragt - vergeblich. Dabei war der Mann kein unbeschriebenes Blatt.

weiterlesen...
Indiens erste private entwickelte Trägerrakete gestartet
Aus aller Welt

Mit der Vikram-1 betritt Indien als drittes Land die Bühne privater Starts von Trägerraketen. Was macht die Rakete und ihre Mission «Aagman» so besonders?

weiterlesen...