21. Mai 2026 / Aus aller Welt

Tierschutzbund verklagt Bundesrepublik wegen Tierheimen

Trotz entsprechender Zusagen im Koalitionsvertrag unterstütze die Bundesregierung Tierheime nicht ausreichend, argumentiert der Tierschutzbund. Daher reicht er Klage ein. Worum geht es im Detail?

Der Tierschutzbund reicht eine Klage gegen die Bundesrepublik Deutschland ein. (Archivbild)
Veröffentlicht am 21. Mai 2026 um 04:00 Uhr

Der Deutsche Tierschutzbund verklagt die Bundesrepublik Deutschland am Verwaltungsgericht Köln. Grund sei die «unzureichende Unterstützung» von Tierheimen, wie der Tierschutzbund mitteilte. Das Verwaltungsgericht in Köln bestätigte die Klage. 

«Nachdem Tierheime trotz entsprechender Zusagen im Koalitionsvertrag auch im Bundeshaushalt 2026 erneut nicht berücksichtigt wurden, sehen wir uns als Dachverband nun zu diesem rechtlichen Schritt gezwungen», teilte der Tierschutzbund mit. «Der praktische Tierschutz steht mit dem Rücken zur Wand, während der Bund die Verantwortung auf die Kommunen abschiebt.»

«Existenzbedrohende Krise für den Tierschutz»

Ziel der Klage sei, die Frage staatlicher Verantwortung für den praktischen Tierschutz zu klären. «Wir wollen erstmals gerichtlich klarstellen lassen, dass sich aus dem Staatsziel Tierschutz im Grundgesetz (Art. 20a GG) auch eine finanzielle Verpflichtung für den Bund ergibt.»

In der Klageschrift heißt es laut Tierschutzbund unter anderem: «Der praktische Tierschutz insgesamt steckt seit Jahren in einer existenzbedrohenden Krise, auch weil der Bund seiner verfassungsrechtlichen Verantwortung, solche Einrichtungen angemessen finanziell zu unterstützen – dazu in der rechtlichen Würdigung – nur unzureichend nachkommt.»

Neben dem Tierschutzbund klagen noch vier weitere Tierschutzverbände, die allerdings alle Mitglieder im Tierschutzbund sind, wie das Verwaltungsgericht mitteilte.

Wie geht es jetzt weiter?

Das Verwaltungsgericht erklärte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa): «Grundsätzlich folgt allein aus der Erhebung einer Untätigkeitsklage noch kein unmittelbar „fälliger“ Anspruch (hier auf Investitionshilfen). Zunächst werden nach einer Klageerhebung grundsätzlich Stellungnahmefristen für die Beteiligten gesetzt und die ggf. vorhandenen Verwaltungsvorgänge angefordert.»

Das Bundeslandwirtschaftsministerium hat eine dpa-Anfrage nach einer Stellungnahme seit Mittwochmittag bisher nicht beantwortet.


Bildnachweis: © Oliver Berg/dpa
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Aktuelle Blitzer im Kreis Heidenheim
Blitzer

Täglich aktualisierte Blitzermeldungen für Heidenheim und Umgebung

weiterlesen...
Temperaturrekord in Deutschland - 41,3 Grad gemessen
Aus aller Welt

Ein Höhepunkt der Hitzewelle ist erreicht: Der Wetterdienst hat vorläufig die bisher höchste Temperatur in Deutschland gemessen. Doch der Rekord könnte schnell überholt sein.

weiterlesen...
Wie TikTok toxische Männlichkeit bei Jugendlichen befeuert
Aus aller Welt

TikTok-Trends setzen Jungs unter Druck, fragwürdige Männlichkeitsideale zu erfüllen - teils mit gefährlichen Methoden. Zwei Schüler erzählen, was das mit ihnen macht und wie ein Workshop geholfen hat.

weiterlesen...

Neueste Artikel

Aktuelle Blitzer im Kreis Heidenheim
Blitzer

Täglich aktualisierte Blitzermeldungen für Heidenheim und Umgebung

weiterlesen...
Reichtum, Öl und Allmacht: Der Sultan von Brunei wird 80
Aus aller Welt

Goldene Kuppeln, 7.000 Luxusautos und ein Palast wie aus 1.001 Nacht: Der Sultan von Brunei regiert mit absoluter Macht – und bleibt auch im Alter eine ebenso schillernde wie umstrittene Figur.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Reichtum, Öl und Allmacht: Der Sultan von Brunei wird 80
Aus aller Welt

Goldene Kuppeln, 7.000 Luxusautos und ein Palast wie aus 1.001 Nacht: Der Sultan von Brunei regiert mit absoluter Macht – und bleibt auch im Alter eine ebenso schillernde wie umstrittene Figur.

weiterlesen...
Aufzüge in Brüssel abgestürzt – keine weiteren Toten
Aus aller Welt

Zwei Aufzüge stürzen in der belgischen Hauptstadt in die Tiefe. Erst nach Stunden können Einsatzkräfte den zweiten Aufzug öffnen und Gewissheit bekommen: Es gibt keine weiteren Opfer. Fragen bleiben.

weiterlesen...