13. Mai 2026 / Aus aller Welt

TÜV-Bericht: Jedes achte Röntgengerät weist Mängel auf

Röntgengeräte sind eine wichtige Komponente der Medizin, können aber auch Risiken für Patienten bergen. Experten testen ihre Sicherheit umfassend - und stoßen mitunter auf gravierende Mängel.

Jedes achte Röntgengerät ist nach TÜV-Angaben mangelhaft. (Illustration)
Veröffentlicht am 13. Mai 2026 um 12:40 Uhr

Jedes achte Röntgengerät in Deutschland weist nach Angaben einer Untersuchung von TÜV-Experten Mängel auf. Damit sei die Mängelquote 2025 im Vergleich zum Vorjahr leicht von 12 auf 13 Prozent gestiegen, heißt es im «TÜV Röntgenreport 2026». 

Bei der Überprüfung von mehr als 15.000 Röntgengeräten stellte der TÜV-Verband demnach bei rund 2.000 Geräten Mängel fest. Etwa jeder sechste festgestellte Mangel (17 Prozent) wurde als «schwerwiegend» eingestuft. Darunter fallen unter anderem Mängel, die das Patientenrisiko etwa durch eine zu hohe Strahlendosis oder fehlende Bildqualität erheblich erhöhen. «Schwerwiegende Mängel schließen einen Weiterbetrieb der Anlage grundsätzlich aus, bis der Mangel behoben und das Gerät erneut geprüft wurde», heißt es vom TÜV-Verband.

Unverzichtbares Werkzeug der Medizin

«Röntgen ist ein unverzichtbares Werkzeug der Medizin und Technik, aber jede Aufnahme bedeutet auch eine Strahlenbelastung», erklärte der TÜV-Strahlenschutzexperte Alexander Schröer. Deshalb müssten die Geräte und ihre Anwendung besonders sorgfältig kontrolliert werden. Ein einwandfreier Strahlenschutz sei Voraussetzung für den sicheren Einsatz der Technik. Röntgen sei nur dann sinnvoll, wenn der Nutzen klar überwiege und Risiken konsequent minimiert würden.

Röntgengeräte werden unter anderem in der Zahnmedizin, aber auch in der Human- und der Tiermedizin eingesetzt. Schon kleine Fehler könnten die Aussagekraft der Röntgenbilder beeinträchtigen und somit direkte Folgen für die jeweilige Behandlung haben, so Schröer. «In der Human- und Dentalmedizin ist eine verlässliche Diagnose nur anhand technisch einwandfreier Bilder möglich.»

Insgesamt hat sich die Mängelquote dem Bericht zufolge in den vergangenen Jahren zwar verbessert, zuletzt aber auf einem relevanten Niveau eingependelt. Entsprechend hoch bleibe der Handlungsbedarf, besonders beim Strahlenschutz und im Umgang mit Bildgebungssystemen, betonte der TÜV-Verband.

Experte: Meiste Röntgengeräte generell in gutem Zustand

«Die meisten Röntgengeräte sind allgemein in einem guten Zustand», sagte der Strahlenschutzexperte Martin Fiebich von der Technischen Hochschule Mittelhessen, der nicht an der Prüfung beteiligt war, der Deutschen Presse-Agentur. Bei schwerwiegenden Mängeln müsse reagiert werden - genau dafür seien die Prüfungen da, betonte der Experte, der dem Vorstand der Deutschen Röntgengesellschaft (DRG) angehört. «Die Prüfungen sorgen dafür, dass die Systeme regelmäßig gepflegt und überholt werden.» Tendenziell sinke die Anzahl der schwerwiegenden Mängel.

Bei Dentaluntersuchungen, die den größten Teil von Röntgenaufnahmen ausmachten, sei die Strahlenexposition in der Regel ohnehin meist sehr gering, betonte Fiebich. Bei Untersuchungen am Rumpf seien dagegen höhere Strahlenmengen erforderlich, um das dortige dickere Gewebe zu durchdringen.


Bildnachweis: © Silas Stein/dpa
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