26. August 2026 / Aus aller Welt

Umstieg auf E-Zigaretten kann Rauchentwöhnung erleichtern

Eine Übersichtsstudie zeigt: E-Zigaretten helfen mehr Rauchern beim Ausstieg als andere Methoden. Doch sind sie wirklich die beste Art zum Aufhören?

Ein Umstieg auf E-Zigaretten könnte ein Zwischenschritt zum vollständigen Verzicht sein. (Symbolbild)
Veröffentlicht am 26. August 2026 um 02:00 Uhr

Die Raucherentwöhnung mit nikotinhaltigen E-Zigaretten weist einer großen Studie zufolge eine höhere Erfolgsquote auf als andere Methoden. Acht bis zehn von 100 Probanden schafften es damit mindestens sechs Monate auf das Zigarettenrauchen zu verzichten. Bei anderen Methoden lag die Erfolgsquote höchstens bei sechs Prozent. Zu diesem Ergebnis kommt eine Übersichtsstudie des internationalen Forschungsnetzwerks Cochrane. Allerdings gelten E-Zigaretten, auch Vapes genannt, der Gesundheitswissenschaftlerin Ute Mons zufolge nicht unbedingt als harmlos. Die Studie einer Gruppe um Jamie Hartmann-Boyce von der University of Massachusetts in Amherst (USA) ist online in der «Cochrane Library» erschienen.

Das Cochrane-Netzwerk erstellt Informationen zu medizinischen Fragen auf der Basis hochwertiger Studien. Für die Übersichtsstudie zur Raucherentwöhnung nutzte es Ergebnisse von 80 randomisierten kontrollierten Studien mit insgesamt 29.861 Teilnehmern. Randomisierung bedeutet die Zuteilung von Teilnehmern zu Versuchsgruppen nach dem reinen Zufallsprinzip. Kontrolliert heißt, dass die verschiedenen Versuchsgruppen mit einer Kontrollgruppe verglichen werden, bei der kein Versuch vorgenommen wird. 

Umstieg auf E-Zigaretten nur ein Zwischenschritt 

In ihrer Gesamtheit ergaben die Studien, dass die Raucherentwöhnung mit nikotinhaltigen E-Zigaretten in acht bis zehn Prozent der Fälle zum Erfolg führt. Im Vergleich dazu sind es nur rund sechs Prozent bei nikotinfreien E-Zigaretten sowie bei Nikotinersatztherapien, bei denen den Patienten durch Pflaster, Kaugummis, Pastillen oder Sprays Nikotin zugeführt wird. Ohne Unterstützung oder lediglich mit verhaltenstherapeutischer Hilfe schafften nur fünf Prozent den Entzug. 

«Es gibt starke Belege dafür, dass regulierte nikotinhaltige E-Zigaretten wesentlich weniger schädlich sind als das Rauchen», sagte Hartmann-Boyce. Dies gelte jedoch nicht für illegale Vapes. Wenn sich andere Hilfsmittel zur Raucherentwöhnung als erfolglos erwiesen hätten, könne eine Alternative wie die E-Zigarette eine Überlegung wert sein, meint Hartmann-Boyce. Sie sieht den Umstieg auf E-Zigaretten als Zwischenschritt zum vollständigen Verzicht an. «Wir arbeiten derzeit an einer Übersichtsarbeit zu Maßnahmen, die beim Ausstieg aus dem Vapen helfen sollen», berichtet die Forscherin.

Das Team fand keine Hinweise auf kurzfristige schwerwiegende Schäden durch nikotinhaltige E-Zigaretten. Allerdings seien längere und umfassendere Studien zur Bewertung der langfristigen Auswirkungen nötig. 

Es sei wichtig, dass verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung stünden, um Rauchern beim Aufhören zu helfen, sagte Erstautorin Nicola Lindson von der Universität Oxford. «Nikotin-Vapes sind zwar wahrscheinlich nicht völlig risikofrei, aber weniger schädlich als Tabakzigaretten.» 

Ute Mons vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg gibt ebenfalls zu bedenken, dass die Studie keine langfristigen Aussagen zur relativen Sicherheit von E-Zigaretten in der Tabakentwöhnung gebe. «Beim Umstieg von Tabakzigaretten auf E-Zigaretten handelt es sich zwar um einen Rauchstopp, aber die Abhängigkeit und langfristige Gesundheitsrisiken durch den E-Zigaretten-Gebrauch bleiben bestehen», betont Mons. Die medizinischen Leitlinien zur Tabakentwöhnung in Deutschland sehen eine Verhaltenstherapie vor, meist als Gruppentherapie und oft kombiniert mit Nikotinersatzprodukten. «Diese Methode gilt weiterhin als der Goldstandard der Tabakentwöhnung», sagt Mons.


Bildnachweis: © Marijan Murat/dpa/dpa-tmn
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Aktuelle Blitzer im Kreis Heidenheim
Blitzer

Täglich aktualisierte Blitzermeldungen für Heidenheim und Umgebung

weiterlesen...
Test: Schafswolle statt Plastik als Gletscherschutz
Aus aller Welt

Schafswolle stoppt das Gletscherschmelzen genauso gut wie Plastik – und schont dabei die Umwelt. Warum das den Schwund aber kaum stoppen kann.

weiterlesen...
Darmkeim-Infektionen in Kinderklinik: Frühchen gestorben
Aus aller Welt

Auf einer Intensivstation für Neugeborene stirbt ein Frühchen, ein weiteres ist erkrankt. Inzwischen konnte die Klinik einen Darmkeim als mögliche Quelle ausmachen und stoppte die Neuaufnahmen.

weiterlesen...

Neueste Artikel

Aktuelle Blitzer im Kreis Heidenheim
Blitzer

Täglich aktualisierte Blitzermeldungen für Heidenheim und Umgebung

weiterlesen...
Zwei Anwohner des Frankfurter Flughafens an Malaria erkrankt
Aus aller Welt

Erneut erkranken Menschen in Frankfurt an Malaria. Das Gesundheitsamt geht davon aus, dass dies mit einer Mücke vom Flughafen zusammen hängt. Erst vor wenigen Wochen hatte es dort Fälle gegeben.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Zwei Anwohner des Frankfurter Flughafens an Malaria erkrankt
Aus aller Welt

Erneut erkranken Menschen in Frankfurt an Malaria. Das Gesundheitsamt geht davon aus, dass dies mit einer Mücke vom Flughafen zusammen hängt. Erst vor wenigen Wochen hatte es dort Fälle gegeben.

weiterlesen...
Sabotage legt Bahnverkehr in Teilen der Niederlande lahm
Aus aller Welt

Tausende von Bahnreisenden erleben in den Niederlanden eine böse Morgenüberraschung. Etliche Züge fallen aus. Unbekannte haben Rohre über Gleise gelegt. Der Regierungschef: Das war «lebensgefährlich».

weiterlesen...