6. Juni 2025 / Aus aller Welt

Lösungsmittel verursacht Hautreizungen bei DHL-Mitarbeitern

Was hat Hautreaktionen bei Mitarbeitern eines DHL-Zentrums im bayerischen Langenzenn ausgelöst? Die Feuerwehr geht von einem vergleichsweise harmlosen Lösungsmittel auf Aceton-Basis aus.

Ein Lösungsmittel auf Acetonbasis hat vermutlich die Hautreizungen bei Mitarbeitern eines DHL-Verteilzentrums in Langenzenn verursacht.
Veröffentlicht am 6. Juni 2025 um 19:16 Uhr

Alarm im Paket-Verteilzentrum von DHL in Langenzenn bei Nürnberg: 15 Mitarbeiter zeigen Hautreaktionen, vier klagen zudem über Atembeschwerden oder Augenreizungen, alle müssen zwischenzeitlich in ein Krankenhaus. Ermittler finden ein weißes Pulver. Lange bleibt unklar, was genau die Ursache für die Gesundheitsprobleme ist. 

Am Nachmittag wird deutlich: Der Stoff Phoron war der Übeltäter - wie genau die Menschen damit in Berührung kamen, lasse sich nicht mehr rekonstruieren, heißt es vom Logistikdienstleister DHL. Laut Feuerwehr passt das kristalline Lösungsmittel zu den Symptomen, über die die Betroffenen klagen: Juckreiz, Haut- und Augenreizungen. 

Am Abend teilt die Polizei mit, sie gehe nicht davon aus, dass die Substanz in einem Paket in das Verteilerzentrum geschickt wurde, um Menschen zu Schaden. Stattdessen sei das Lösungsmittel wohl an einem noch unbekannten Ort eingesetzt «und dann auf ebenfalls noch nicht geklärten Weg in das Verteilerzentrum gelangt».

Was ist passiert?

DHL-Mitarbeiter kamen offenbar mit der Substanz in Berührung, die an mehreren Paketen anhaftete. Anschließend stellten sich Hautreaktionen ein. Noch Polizeiangaben mussten 15 Menschen zum Arzt, die meisten hätten über starken Juckreiz geklagt, sagte eine Sprecherin. 

Wie haben die Behörden reagiert?

Feuerwehr und Polizei haben das Verteilzentrum geräumt. Drei Dutzend Mitarbeiter wurden durch eine Kontaminationsschleuse geführt, um mögliche Anhaftungen abzuwaschen. Anschließend durchsuchten Spezialkräfte von Polizei und Feuerwehr in Schutzkleidung die Anlage nach möglichen Substanzen, die für die gesundheitlichen Probleme verantwortlich sein könnten. 

Wie schwer sind die Verletzungen der Mitarbeiter?

Nicht schwer, alle 15 Mitarbeiter konnten laut Polizei das Krankenhaus im Laufe des Tages wieder verlassen.

Besteht Gefahr für die Bevölkerung?

Nein. Die Behörden gehen derzeit nicht davon aus, dass außerhalb der DHL-Einrichtung irgendeine Gefahr besteht. Auch DHL betont, es habe zu keiner Zeit eine Gefahr für die Bevölkerung bestanden. Die Feuerwehr rückte am Nachmittag wieder ab. DHL geht davon aus, dass das Verteilzentrum am Samstag wieder normal arbeiten kann.


Bildnachweis: © Daniel Karmann/dpa
Copyright 2025, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Haus in Görlitz eingestürzt - Tote oder Verletzte?
Aus aller Welt

Kurz nach einem Hauseinsturz in Görlitz ist die Lage noch völlig unübersichtlich. Polizei und Feuerwehr sind vor Ort.

weiterlesen...
Aktuelle Blitzer im Kreis Heidenheim
Blitzer

Täglich aktualisierte Blitzermeldungen für Heidenheim und Umgebung

weiterlesen...
Fünf Hantavirus-Infektionen - WHO: Ausbreitungsrisiko gering
Aus aller Welt

Der Ausbruch des Hantavirus auf einem Kreuzfahrtschiff hat internationale Folgen. Drei Menschen starben, auch eine Deutsche, mehrere wurden infiziert. Doch das Schiff machte auch einen Zwischenstopp.

weiterlesen...

Neueste Artikel

Aktuelle Blitzer im Kreis Heidenheim
Blitzer

Täglich aktualisierte Blitzermeldungen für Heidenheim und Umgebung

weiterlesen...
Umwelthilfe übt Müllkritik an Musikfestivals
Aus aller Welt

Weniger Einweg, mehr grüne Lösungen: Warum die DUH bei Großfestivals wie Rock am Ring auf konsequente Mülltrennung und nachhaltige Toiletten pocht.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Umwelthilfe übt Müllkritik an Musikfestivals
Aus aller Welt

Weniger Einweg, mehr grüne Lösungen: Warum die DUH bei Großfestivals wie Rock am Ring auf konsequente Mülltrennung und nachhaltige Toiletten pocht.

weiterlesen...
Raus aus den Klamotten – FKK erlebt zögerliches Comeback
Aus aller Welt

Immer mehr Menschen entdecken die Freikörperkultur (FKK) in Deutschland neu. Auf Campingplätzen, Sportplätzen oder Wanderwegen wächst das Interesse, auch bei Jüngeren.

weiterlesen...