Bilder und Videos von Polizei-Einsätzen gehen in sozialen Medien immer wieder viral - die Polizei-Gewerkschaften sehen das als Problem. «Das Filmen und Veröffentlichen haben Ausmaße angenommen, die man nicht mehr tolerieren darf», sagte der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Jochen Kopelke, der Deutschen Presse-Agentur. «Es gibt klare Regeln, was und wer überhaupt gefilmt werden darf, und daran hat man sich zu halten.» Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) bezeichnete das Filmen und Verbreiten von Aufnahmen ebenfalls als problematisch und verwies auf mögliche Persönlichkeitsrechtsverletzungen. «Polizistinnen und Polizisten haben das Recht am eigenen Bild. Sie dürfen nicht ohne ihre Zustimmung erkennbar veröffentlicht werden», sagte GdP-Chef Kopelke dazu. Die Gewerkschaften warnten, dass vermehrt Polizisten und Polizistinnen im Fokus gezielter Aufnahmen stehen. Das könne Folgen haben - von gezielten Beleidigungen, Hass im Netz bis hin zu Bedrohungen im persönlichen Umfeld, gab Kopelke zu bedenken. Einsatzkräfte oder deren Familien könnten identifiziert und bedroht werden, so die Polizeigewerkschaft. «Unter Hinweis auf gemachte Aufnahmen wird mitunter gezielt damit gedroht.» Immer wieder werden Bilder und Videos von Demonstrationen oder Festnahmen verbreitet, auf denen zum Beispiel zu sehen ist, wie Polizisten mit Beteiligten oder Passanten diskutieren oder in Handgemenge verwickelt sind. Nach den tödlichen Schüssen eines Polizeibeamten auf einen jungen Mann im niedersächsischen Oldenburg warnte die Polizei sogar vor dem Verbreiten von Bildern unbeteiligter Polizisten, die mit dem Einsatz nichts zu tun hatten. Wer sich nicht darin hielt, dem drohten strafrechtliche Konsequenzen. GdP-Chef Kopelke forderte: «Insbesondere die Verunglimpfung, Beleidigung und öffentliche Herabwürdigung von Polizistinnen und Polizisten im Einsatz muss konsequent unterbunden werden.» Die Polizeigewerkschaft DPolG verlangte vom Gesetzgeber «klare Regelungen, die das Filmen und Verbreiten von Polizeieinsätzen regeln». Eine Abgrenzung zwischen grundsätzlich zulässiger Dokumentation polizeilicher Maßnahmen und unzulässigem Eingriff in das Persönlichkeitsrecht von Beamten sei allerdings schwierig. «Im Moment ist es unrealistisch, mit geänderten Gesetzen oder Pflichten eine Veränderung zu erwirken», sagte Kopelke und forderte: «Wir erwarten aber von unseren Dienstherren, den Innenministern, mehr Unterstützung und rechtlichen Beistand in Zivil- und Strafverfahren.»Welche Folgen können solche Videos haben?
Was fordern die Gewerkschaften?
Bildnachweis: © Karl-Josef Hildenbrand/Deutsche Presse-Agentur GmbH/dpa
Copyright 2025, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Videos von Polizei-Einsätzen: Gewerkschaften sind besorgt
Wer in sozialen Medien unterwegs ist, stößt auch auf Bilder oder Videos von Polizei-Einsätzen. Die werden mitunter ungefiltert verbreitet - mit Folgen für die Beteiligten.
Meistgelesene Artikel
- 10. Mai 2026
Aktuelle Blitzer im Kreis Heidenheim
Täglich aktualisierte Blitzermeldungen für Heidenheim und Umgebung
- 16. April 2026
Die Heidenheim App
Heidenheim neu entdecken: Events, Tipps, Unternehmen & mehr – alles in einer App. Dein digitaler Begleiter für Alltag, Freizeit und lokale Highlights
- 12. April 2026
Expertin: Blitzermarathon wirkt nur kurzfristig
Der Blitzermarathon startet zu Wochenbeginn: Warum die meisten Autofahrer schon bald wieder Gas geben und was Experten für mehr Sicherheit auf den Straßen fordern.
Neueste Artikel
Nach 40 Tagen an Bord ihres Kreuzfahrtschiffs sollen die Passagiere der «Hondius» nach der Ankunft in Teneriffa in ihre Heimatländer geflogen werden. Die Niederlande kümmern sich um die Deutschen.
- 10. Mai 2026
Aktuelle Blitzer im Kreis Heidenheim
Täglich aktualisierte Blitzermeldungen für Heidenheim und Umgebung
Weitere Artikel derselben Kategorie
Nach 40 Tagen an Bord ihres Kreuzfahrtschiffs sollen die Passagiere der «Hondius» nach der Ankunft in Teneriffa in ihre Heimatländer geflogen werden. Die Niederlande kümmern sich um die Deutschen.
Schon im Mai sind Deutschlands Ressourcen für 2026 rechnerisch verbraucht. Der Kern des Problems: Deutschland setzt immer noch zu viel auf Öl, Gas und Kohle, wie Umweltverbände kritisieren.

