Buckelwal «Timmy» ist tot. Für das mehrfach gestrandete Tier, das über Wochen die Schlagzeilen dominierte, gab es keine erfolgreiche Rettung. Experten hatten von dem Transport des Wals abgeraten und die Überlebenschancen des geschwächten Tieres als gering eingeschätzt. Doch was bleibt vom Fall «Timmy»? Und was lässt sich daraus lernen? Thilo Maack von Greenpeace und der Walforscher und Mitgründer des gemeinnützigen Wal- und Delfinschutzvereins «M.E.E.R.», Fabian Ritter, machen auf die unzähligen Wale aufmerksam, die als Beifang in Fischereinetzen landen und dort qualvoll sterben. «Was da stattfindet in unseren Meeren, ist ein Exodus, der es von den getöteten Tieren oder sterbenden Tieren gesehen von der Anzahl her ganz locker mit der Walfang-Ära aufnehmen kann. Also das sind größere Opferzahlen als zu den höchsten Zeiten des brutalen Walfangs», sagt Ritter im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. «Das zu durchdenken, zu überlegen, was ist da ursächlich dafür, nämlich in erster Linie die Fischerei, und wie damit umzugehen ist, das ist das Gebot der Zeit.» Maack erhofft sich zudem von dem Einzelschicksal mehr Aufmerksamkeit und Energie für den Schutz der Meere. So müsste unbedingt zerstörerische Fischermethoden in Meeresschutzgebieten verboten werden, etwa mit Stellnetzen, erklärt der Biologe. Dies sei heute noch in Deutschland und vielen anderen Ländern legal und werde auch von Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus verteidigt. «Und das darf natürlich nicht sein», so Ritter. Greenpeace-Experte Thilo Maack sagte der dpa, es wäre sinnvoll, für Deutschland ein standardmäßiges Protokoll zu entwickeln, wie in Zukunft damit umzugehen ist, wenn Wale stranden. Ähnlich hatte sich zuvor auch schon der Walforscher Boris Culik geäußert. Länder wie Dänemark, die Niederlande oder auch Großbritannien haben etwa Pläne festgelegt, wie im Fall von Wal-Strandungen vorzugehen ist. Im Wirbel um den Wal ist Biologe Ritter auch selbst zur Zielscheibe von Drohungen und Hetze geworden – so wie viele Experten, die sich gegen die Pläne der privaten Initiative positionierten. In sozialen Medien tobte die Debatte um «Timmy» teils in rauem Ton. Im Mitgefühl mit dem leidenden Wal sei das Mitgefühl füreinander über Bord geworfen oder mindestens zeitweise vergessen worden, kritisiert Ritter. «Ich persönlich würde mir noch wünschen, dass wir als Menschen noch mal darüber reflektieren, wie wir untereinander und miteinander umgegangen sind, wie sehr Diffamierung, Hetze und Bedrohung tatsächlich bis hin zu Morddrohungen da fast schon an der Tagesordnung waren.» Im heutigen Diskurs sei es für viele offensichtlich unerträglich, andere Meinungen zu ertragen. «Da können wir einiges lernen aus diesem Fall», meint Ritter.Aufmerksamkeit für die Bedrohung der Wale
Ein besserer Plan für ähnliche Fälle
Mitgefühl nicht nur für Wale
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Was man aus dem Fall des Buckelwals «Timmy» lernen kann
Der mehrfach in der Ostsee gestrandete Buckelwal ist tot und treibt vor der Küste der dänischen Insel Anholt. Was bleibt von dem Wirbel um «Timmy»?
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