2. März 2026 / Aus aller Welt

Wie es derzeit an Bord eines Kreuzfahrtschiffes vor Doha ist

Mit einem Kreuzfahrtschiff wollte Lana Dörrer aus dem Saarland acht Tage den Persischen Golf erkunden. Doch mitten in der Reise bricht der Iran-Krieg aus. Wie sieht die Lage an Bord aus?

Lana Dörrer aus dem Saarland wollte nur die Region erkunden, doch am Samstag war die Reise schlagartig vorbei.
Veröffentlicht am 2. März 2026 um 16:20 Uhr

Raketen und Detonationen statt Relaxen am Pool oder Sightseeing. So sieht die Realität für viele Passagiere aus, die aufgrund des Iran-Krieges derzeit auf Kreuzfahrtschiffen im Persischen Golf festsitzen. Auch für Lana Dörrer aus dem Saarland. Acht Tage lang wollte die 28-Jährige die Region erkunden, von Dubai über Doha, nach Abu Dhabi und wieder zurück. Doch am Samstag war die Reise schlagartig vorbei. 

Am Morgen sei noch alles in Ordnung gewesen. «Wir sind spazieren gegangen am Hafen von Doha», erzählt Lana Dörrer der Deutschen-Presse-Agentur von Bord der «Mein Schiff 5» auf schriftliche Nachfrage. Doch dann hätte sie «einen schrillen Ton mit einer Nachricht aufs Handy» bekommen. Alle Passagiere sollten sich in geschlossenen Räumen in Sicherheit begeben, habe da gestanden. «Relativ schnell ging dann auch der erste Luftalarm los, wo auch die erste Rakete am Himmel zu sehen war, die abgeschossen worden ist.»

Nach nur einer Stunde seien alle Passagiere wieder auf dem Schiff gewesen, das dann abgeriegelt worden sei. Seitdem kommen die Passagiere nicht mehr hinaus, berichtet Dörrer.

Detonationen und Raketen in der Dunkelheit

Was sie selbst vom Krieg mitbekommt? Das seien Raketen, die man immer wieder zu sehen bekomme, berichtet sie. «Das sieht man am meisten in der Dunkelheit.» Auch Detonation seien zu hören. «Allerdings muss man dazu sagen, das ist jetzt noch nicht so oft gewesen. Es war insgesamt fünf-, sechsmal gewesen, dass es richtig spürbar war und zweimal, wo man es auch wirklich gesehen hat.»

Die Stimmung an Bord sei alles in allem «relativ ruhig». «Man sieht einigen Passagieren natürlich an, dass sie sehr, sehr angespannt sind.» Viele versuchten aber, so gut es geht mit der Situation umzugehen und sich einfach abzulenken. «Wir bekommen auch immer noch Angebote vom Schiff, wo wir uns aufhalten können, ein bisschen Musik hören können, was trinken können und die Crew uns mit einbindet, irgendwelche Aktivitäten an Bord zu machen, damit wir halt einfach abgelenkt sind.»

«Viel Respekt vor der Situation»

Wie es ihr selbst geht? «Angst habe ich keine», sagt Lana Dürrer. «Aber ich habe sehr viel Respekt vor der Situation, weil man weiß nicht, was kommt.» Es helfe, dass die Crew jederzeit für die Passagiere ansprechbar sei und ein «sicheres, gutes Gefühl gibt». «Es sind wirklich alle da und alle fragen auch uns, wie es uns geht und legen wirklich mehr den Wert auf uns und nicht auf sich. Und ich bin wirklich begeistert, wie gut die mit dieser Ausnahmesituation umgehen.» Es seien auch Notfallübungen aufgefrischt worden, «damit auch jeder noch mal weiß, wo er hinzugehen hat, wenn wirklich was passieren sollte.» 

Zum Glück sei auch das Internet an Bord sehr gut. «Ich habe täglich Kontakt nach Hause», sagt sie. Sogar Gespräche mit Video seien möglich. «Damit man halt einfach sich sieht und der Familie auch ein gutes Gefühl gibt, dass man hier relativ sicher ist.»


Bildnachweis: © Lana Dörrer/privat/dpa
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

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