7. Januar 2026 / Aus aller Welt

Wohnungslosenhilfe: Lebensgefahr für Obdachlose durch Kälte

Die Nächte sind eisig. Für Menschen, die auf der Straße leben, können die Temperaturen sogar tödlich sein. Wie ist es um die Hilfe in Deutschland bestellt?

Eisige Temperaturen können für Menschen ohne Wohnung lebensgefährlich sein.
Veröffentlicht am 7. Januar 2026 um 03:04 Uhr

Angesichts der eisigen Temperaturen warnt die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe vor Lücken bei der Versorgung von Menschen ohne eigene Wohnung. «Kälte stellt für obdachlose Menschen eine lebensbedrohliche Gefahr dar, da sie ohne Zugang zu warmen Schutzräumen den extremen Temperaturen schutzlos ausgeliefert sind», sagte Marie-Sol Gersch von der Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Presse-Agentur. 

Der Mangel an sicheren Schlafplätzen, ein eingeschränkter Zugang zu Hilfeangeboten und gesellschaftliche Ausgrenzung verschärften die Lebensbedingungen und das Risiko einer Unterkühlung in der kalten Jahreszeit. «Obgleich es verschiedene Hilfsangebote gibt, sind diese nicht in allen Kommunen bedarfsdeckend – nicht selten fehlt es beispielsweise an ausreichenden Plätzen in Notunterkünften», beklagte Gersch.

Es soll kalt bleiben

In der Nacht zu Mittwoch sinkt die Temperatur laut Deutschem Wetterdienst in Teilen Deutschland erneut in den mäßigen Frostbereich ab. Dabei können die Temperaturen auf bis zu minus 10 Grad fallen. Im Süden sowie dem östlichen und südöstlichen Bergland kann es vielerorts bis zu minus 18 Grad kalt werden. 

Meist in größeren Städten gibt es Notunterkünfte und eine mobile Versorgung von obdachlosen Menschen mit warmen Getränken und Schlafsäcken. 

Wie viele Menschen leben auf der Straße?

Die Bundesarbeitsgemeinschaft beklagt aber: «Obwohl Kommunen verpflichtet sind, Menschen vor möglicher Erfrierung zu schützen, geschieht dies nicht immer.» In einigen Kommunen und Städten gebe es zuweilen Berichte, dass vor allem ortsfremde und ausländische Menschen, die Hilfe suchten, nicht ausreichend untergebracht werden. 

Laut Hochrechnungen der Bundesarbeitsgemeinschaft sind 2024 mehr als eine Million Menschen in Deutschland wohnungslos gewesen. In diesem Winter ist der Wohnungslosenhilfe bislang mindestens ein Todesfall wegen Kälte bekanntgeworden. Dabei handele es sich um einen Mann in Dortmund.


Bildnachweis: © Patrick Pleul/dpa
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