25. Mai 2026 / Aus aller Welt

Zug tötet in Portugal 89 Schafe - und Schäfer sollen zahlen

Zwei Schafhirten verlieren bei einem Unfall Dutzende Tiere. Nun sollen sie dafür auch noch zahlen. Was steckt dahinter?

Die Hirten wehren sich gegen die Schadenersatzforderung. (Symbolbild)
Veröffentlicht am 25. Mai 2026 um 18:42 Uhr

Ein Regionalzug hat in Portugal 89 Schafe überfahren - und eine Behörde fordert von den Besitzern der Tiere insgesamt 26.400 Euro Schadenersatz. Begründet wird die Forderung der staatlichen Schienen- und Straßennetzbetreiberin «Infraestruturas de Portugal» mit Schäden am Zug sowie erheblichen Verspätungen im Bahnverkehr.

Der Unfall hatte sich bereits am 28. Dezember im Bezirk Montemor-o-Velho knapp 200 Kilometer nördlich von Lissabon ereignet. Im Morgengrauen sah der Lokführer beim Herausfahren aus einer Kurve nach eigenen Angaben plötzlich die auf den Gleisen liegende Herde, wie Medien damals berichteten. Trotz Notbremsung konnte er den Zusammenstoß nicht mehr verhindern. Der Zug kam erst rund 540 Meter nach dem Aufprall zum Stillstand.

Hirten wehren sich

Bei dem Unfall starben 89 Schafe – 65 Tiere gehörten einem Hirten, 24 einem weiteren. Der Zusammenstoß hatte außerdem massive Auswirkungen auf den Zugverkehr. Nach Angaben der zuständigen Behörden fielen sechs Züge komplett aus, zwei weitere teilweise. Zudem verspäteten sich 36 Verbindungen um insgesamt 580 Minuten.

Die Hirten wehren sich gegen die Forderung. Ihr Anwalt Vítor Gaspar sprach laut der Zeitung «Correio da Manhã» von einem Unfall ohne vorsätzliches Verhalten. Solche Vorfälle gehörten zum allgemeinen Risiko des Bahnverkehrs. Man werde alles tun, damit die beiden Hirten nicht für den Schaden aufkommen müssten.


Bildnachweis: © picture alliance / ZB
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

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